Wie sieht es eigentlich aus, in Usbekistan…?

Mai 2nd, 2006

Wie soll sich jemand aus Deutschland, der noch nie hier war, Usbekistan eigentlich vorstellen? Dazu werde ich mal einfach ein paar Dinge aufzaehlen, welche wir nur aendern muessen, und schon ist Deutschland genauso wie Usbekistan:

Wenn wir morgens das Radio anmachen, muesste ertoenen: “Es ist Sieben Uhr in der Bundesrepublik” – gefolgt von der Nationalhymne. Zur gleichen Zeit im Fernsehen liefen drei verschiedene Musikprogramme (von Volksmusik bis Pop), die Sportschau und eine Reportage ueber unsere Autoproduktion (Daewoos in Lizenz) – nur keine Nachrichten.

Unsere Bundesstrassen waeren deutlich breiter und dafuer ein wenig ausgefahren. Am Fahrbahnrand muessen wir uns eine bunte Mischung aus Fussgaengern (auf der Fernstrasse, jawohl), Radfahrern und Eselskarren vorstellen. Alle 50 km (in Grenznaehe etwas dichter) gaebe es einen Polizeiposten, an dem man stoppen muss und wahllos zur Kontrolle rausgezogen wird. Ueberhaupt haetten wir viel mehr Polizisten, dafuer kaum Polizeiautos. Braucht man bei dieser stationaeren Ueberwachungsvariante auch nicht. Wenn einer mal tatsaechlich nicht anhaelt, ist der naechste Posten bei Ankunft bereits informiert und kann abkassieren (heute bereits erlebt).

Die Grenzen koennten nicht so bleiben. Man muesste wie einst Stalin in Zentralasien die Grenzen so ziehen, dass wir ohne unsere Nachbarstaaten kaum lebensfaehig waeren. Eisenbahnen und Strassen muessten jeweils wahllos die Grenzen schneiden und tangieren und mitten im Land haetten wir kleine Daenemark- oder Tschechien-Enklaven.

Wenn dann noch die Frauen wieder mehr farbenfrohe Kleider truegen und unsere Staedte einen Touch Tausend-und-Eine-Nacht gemischt mit sovietischen Paradeboulevards bekaemen, haetten wir so etwas wie die Bundesrepublik Germanistan. Und genauso muss man sich Usbekistan vorstellen.

Der schlechteste Taxifahrer Usbekistans

Mai 2nd, 2006

Die Usbeken haben einen unmoeglichen Fahrstil. Wer mich zu hause gefragt hat, warum wir keinen Mietwagen nehmen, sollte sich das mal anschaun: Immer drauflos, niemals bremsen, nur hupen und maximal leicht seitlich ausweichen. Gegenverkehr und Radfahrer machen zum Glueck meist rechtzeitig Platz. Schlimmer als die Chinesen – echt. Auf der Fahrt von Buchara nach Chiwa (450 km fuer 20 Dollar) hat unser Fahrer jedoch eine selbst hier noch herausragende Leistung vollbracht. Mit dem nagelneuen Daewoo Kleinwagen ist er derart ruecksichtslos ueber die mit Schlagloechern gross wie Waschschuesseln uebersaehte Strasse gebrettert, dass er nach einiger Zeit mit einem Platten Reifen liegen blieb. Die Felge war so sehr verbeult, dass die Luft zwischen Felge und Reifen entweichen konnte. Das dritte Fahrzeug, das er anhielt, hatte das passende Werkzeug dabei, sodass wir nach kurzer Zeit auf dem Reservereifen unsere Fahrt fortsetzen konnten. Der Lerneffekt war allerdings gleich Null. Wieder ist er so durch die Loecher gedonnert (120 km/h auf einer Strecke, wo 80 schon unvernueftigt waeren) – nach nur 10 Kilometern hatte er den naechste Reifen Platt. Da aber selbst ein Daewoo made in Uzbekistan nur ein Ersatzrad hat, hiess es nun fuer den jungen Mann zur Werkstatt laufen, waehrend wir uns auf eine laengere Pause einstellten. Dabei hatte er auch noch unglaubliches Glueck: auf ueber 100 km bis zu dieser Stelle sind wir an keinem einzigen Gebaeude vorbeigekommen – geschweige denn an einer Werkstatt. Aber hier zeichnete sich wie eine Fata Morgana eine Werkstattbaracke am Horizont ab, zu der er mit dem ersten kaputten Reifen losgetrabt ist. Ein paar gekonnte Schlaege mit dem Vorschlaghammer haben das Rad erstmal wieder ertuechtigt. Im Endeffekt sind wir doch noch deutlich schneller und bequemer als mit dem Bus unterwegs gewesen. Wir waren dennoch heilfroh, als die ersten Minarette von Chiwa auftauchten.

Vom Aralsee zum Ferganatal

Mai 2nd, 2006

Seit Buchara haben wir ordentlich Kilometer gemacht. Erst waren wir noch in Chiwa, dann haben wir uns die Tragoedie des Aralsees mit eigenen Augen angesehen und jetzt sind wir per Zug (Nukus-Tashkent, 23 h) und Taxi (Tashkent-Fergana, 4 h) ganz vom westlichen Ende Usbekistans ganz in den Osten gefahren. Von hier im Ferganatal aus wollen wir dann demnaechst die Grenze nach Kirgisistan passieren. Aber bis dahin liefer ich erstmal noch ein paar Stories aus Usbekistan nach.

Buchara

April 26th, 2006

Heute sind wir recht frueh aufgestanden, um vor der grossen Hitze nach Buchara zu kommen. Das ist so nicht ganz aufgegangen. Leider faehrt der einzige Zug auf dieser Strecke zur unmoeglichen Nachtzeit 1:50 Uhr, sodass wir nun, im Gegensatz zu Tashkent-Samarkand, leider den Bus nehmen muessen. Im Bus sind wir schon fast zerflossen, als es 50 km vor dem Ziel nach schon 3 Stunden Fahrt ploetzlich hiess: “Buchara – w fordom pojdjemtje!” nach einigem Gruebeln (und als alle ausstiegen) wurde mir klar, was das bedeuten soll: “wir fahren mit nem Ford(minibus) weiter.” Zu fuenfzehnt!
Kurz vor dem Absterben meiner Gliedmassen sind wir dann doch noch heil angekommen. Nur ist es hier, am Rande der Kyzylkum-Wueste so heiss, dass wir erstmal Siesta bis fuenf halten mussten. Die Stadt ist ein Traum aus tausend und einer Nacht. Seit Tashkent ist es immer weniger russisch und dafuer mehr orientalisch geworden. Russisches Bier und Schaschlik gibts aber zum Glueck immernoch.

Ankunft in Usbekistan

April 24th, 2006

Seit Freitag sind wir also wieder on the road:

Diesmal hat es uns nach Zentralasien verschlagen. Nur 12 Stunden Reisezeit von Muenchen entfernt liegt Tashkent. Eigentlich sollte so eine Reise eher 12 Wochen dauern – mit dem Flieger ist der Kulturschock garantiert. Trotz Reisefuehrer, Internet, GoogleEarth und einiger Asienerfahrung muss ich zugeben, dass es mal wieder ganz anders als erwartet aussieht. Die Ueberraschung ist aber bisher sehr positiv.

Das Wetter ist hervorragend (richtig Sommer!), alles ist gruen, das Essen lecker, die Polizisten zahlreich aber entspannt. Dafuer, dass wir erst drei Tage hier sind, haben wir schon wieder unglaublich viel erlebt:
- Vodkafruehstueck mit dem amtierenden Vize-Tourismusminister von Usbekistan
- eine nordkoreanische Gewichthebermannschaft als Zimmernachbarn (die lachen wirklich nie! Mit Fremden reden duerfen sie anscheinend auch nicht)
- Bekanntschaft mit ein paar nigerianschen Fussballprofis, die im zentralasiatischen Visadschungel gestrandet sind
- ein paar wirkliche Tourismus-Highlights waren auch schon dabei: Marktgewuehl in Tashkent (schon die ersten Teppiche beschaut…) und heute der Registan in Samarkand: Glanzstueck islamischer Baukunst – hervorragend restauriert und gepflegt seit fruehesten Sovietzeiten. Ein netter Wachmann liess uns fuer einen Dollar Gehaltsaufbesserung auf ein Minarett klettern, von dem wir einen schoenen Blick ueber die Anlage hatten.
Jetzt wohnen wir in einem Guesthouse, welches eher ein grosses Familienanwesen ist. Abendessen und nette Gesellschaft inklusive.

Ganz klar bisher und bis auf weiteres die Party des Jahres:

April 3rd, 2006

Am Wochenende haben mich ein paar treue Freunde über eine schwere Zeit getröstet: den dreißigsten Geburtstag.
Dankeschön Euch Allen, die Ihr da wart und die Schicksalsgenossen und Mitausrichter Kathleen und Richard. Es war eine großartige Party!

Entschuldigung an Alle, die hier nicht abgebildet sind.

Entschuldigung an Alle, die hier abgebildet sind.

Party2006

Empfehlenswert: Kurztrip in die Schweiz

September 20th, 2005

Gornergletscher

Nachdem ich im Januar in Neuseeland festgestellt habe, dass ich mich in den hiesigen Alpen viel zu wenig auskenne, haben wir jetzt eine kleine 4-Tages-Tour per Bahn durch die Schweiz gemacht und auch hier unter Anderem ein paar Gletscher bewundert. Sollte man unbedingt mal machen, denn wer weiß wann wir sie komplett weg geschmolzen haben…

Wir sind mit dem günstigen Swiss Pass der Schweizer Bahn gefahren. Höhepunkt war dabei auf jeden Fall die Fahrt mit dem Glacier Express.

Schweizer Impressionen
Schweizer Impressionen: links der Landwasser Viadukt, rechts die Limmat in Zürich

Insgesamt ist so eine Bahntour in die Schweiz sehr empfehlenswert: beeindruckend, erholsam und abwechslungsreich. Nur das Bier ist zu teuer! (Spartipp: Wein ist oft billiger als in deutschen Restaurants)

Hurricane vs. Tsunami ?

September 2nd, 2005

Gestern in der Süddeutschen gefunden (www.sueddeutsche.de):

„Katrina“ verursachte nach Einschätzung der UN eine der schlimmsten Naturkatastrophen der Menschheitsgeschichte. Die Auswirkungen seien sogar weit verheerender als bei dem Tsunami im Dezember, sagte UN-Hilfskoordinator Jan Egeland. Allerdings hätten die gute Vorbereitung der Behörden und die rechtzeitige Evakuierung vor dem Wirbelsturm zu einer weit geringeren Opferzahl als in Südostasien geführt. „Gemessen an den zerstörten Häusern und den betroffenen Menschen ist dies eine der schlimmsten Naturkatastrophen, die je gemessen wurden“, sagte Egeland.

Wer ist der Typ, der diesen Vergleich anstellt? Laut Wikipedia ist er UN-Vizegeneralsekretär. Das ist für mich die größte Tatsachenverdrehung, die ich seit langem gehört habe.

Fakt ist: die Tsunami-Katstrophe war eine reine Naturkatastrophe mit überwiegend sehr geringer Vorwarnzeit. Die meisten Opfer hatten keine Chance, rechtzeitig gewarnt zu werden. Darüber hinaus war ein solches Ereignis seit Menschengedenken dort nicht vorgekommen.
Der Hurricane hingegen war tagelang angekündigt und die Menschen dort wissen, dass sie in dieser Gegend mit ihm rechnen müssen.

Nun zum wirklichen Unterschied: die größte Katastrophe beim Hurricane, nämlich die Überflutung von New Orleans ist keine echte Naturkatastrophe sondern zu großen Teilen von Menschen zu verantworten. Menschen, die übrigens seit langem von der Gefahr einer Überflutung gewusst haben (siehe unten). Trotzdem waren Politik, Katastrophenschutz und Ingenieure völlig „überrascht“, als die absehbare Katastrophe dann eintrat. Der Einsatzleiter wurde auf CNN zitiert, dass er nicht damit gerechnet hätte, dass die Dämme brechen. Seltsam: am Vortag des Sturms habe ich im Fernsehen eine Grafik mit potenziellen Überflutungsflächen gesehen.

Die Lage von New Orleans in einem eingedeichten Kessel inmitten eines Deltas, das jährlich viele Quadratkilometer Fläche verliert – dazu noch weit unter dem Meeresspiegel liegt – müsste bei jedem Verantwortlichen die Alarmglocken schellen lassen. Spätestens, wenn ein solcher Sturm aufzieht. Auf ein paar Dämme und Pumpen, die am öffentlichen Stromnetz hängen, zu vertrauen, ist einfach unglaublich naiv.

Um auf den UN-Mann zurückzukommen: der hat offenbar schon vergessen, wie viele Menschen damals in Südostasien betroffen waren. Jetzt den entstandenen Sachschaden zu vergleichen, ist ja wohl eine Frechheit. Bloß weil die Kosten in einer Wohlstandsgegend zwangsläufig höher als in asiatischen Armutsländern sind, nun von einer größeren Katastrophe zu sprechen, ist pervers.

Von Vorbereitung der Behörden in den USA und rechtzeitiger Evakuierung kann ja wohl auch nicht die Rede sein. Was jetzt wohl wirklich den Bach runder geht, ist der Glaube der Amerikaner, dass ihre Regierung den Schutz vor Gefahren im Griff hat. Die Unfähigkeit, die Situation unter Kontrolle zu bringen, könnte sogar noch weit mehr verändern…

New Orleans, das Wasser und das Sediment

September 1st, 2005

Gestern auf ORF2 hat endlich jemand die Fragen gestellt, die mich die ganze Zeit schon beschäftigt, die aber im der New Orleans-Berichterstattung bisher ausgelassen wurde:
Warum liegt die Stadt eigentlich unter dem Meeresspiegel? Ist es nicht dumm, dort zu bauen?
Nun, als die erste Siedlung dort errichtet wurde, lag sie natürlich überm Meeresspiegel. Seit der Zeit der ersten Siedlungen wurde der Mississippi jedoch stark verändert, was sich auch auf seinen Sedimenthaushalt auswirkt. Wegen zahlreicher Dämme wird ein erheblicher Teil des vom Fluss transportierten Materials zurückgehalten, bevor es die Mündung erreicht. In der Folge sinkt das gesamte Delta langsam aber stetig ab. und die Dämme entlang des Flusses werden höher und höher. Etwa 1 Quadratkilometer Fläche geht im Delta wohl jedes Jahr verloren. Da kann man sich ausrechnen, wie lange man die Stadt dort überhaupt noch halten kann, selbst wenn man sie jetzt nochmal trocken bekommt.
Mehr Info gibt es beispielsweise bei der Seite der Union of Concerned Scientists und beim Civil Engineering Magazine.

Graz, Hamburg, München: am, überm und unter Wasser

August 26th, 2005

Wir Münchner sind ja beim aktuellen Hochwasser mal wieder sehr glimpflich davon gekommen. Die Isar blieb im Stadtgebiet dank des Puffers Sylvensteinspeicher gerade nochmal so in ihrem Bett. Weiter oben und unterstrom – wo die Dämme nicht so hoch sind – hatten die Anwohner leider nicht so viel Glück… Bei uns Wasserbauern wird es wohl mal wieder darum gehen, was man noch tun kann und soll, um den Hochwasserschutz zu verbessern.

Isarhochwasser
Mit dem Rad ist der Weg zur Arbeit zur Zeit ein wenig nass

Grüße an der Stelle an die Leute an der Auckland University, die sich nach der Hochwasser-Lage hier erkundigt haben. Quincy liest diese Seite in der Google-Englisch-Übersetzung. Respekt. Ellen hat – das wollte ich schon immer mal hier unterbringen – ein sehr schönes, z. T. philosophisches Blog mit unter anderem der Langversion meines Tongariro-Wochenendes von Ende April.

Apropos Kollegen: kürzlich war ich in Graz beim alljährlichen “Treffen junger Wissenschaftler deutschsprachiger Wasserbauinstitute”. Kurz JuWi-Treffen. Es war sehr ermutigend zu sehen, wie viele gute Leute da auf dem Weg zur künftigen Generation von Wasserbauingenieuren und -wissenschaftlern sind. So trocken wie der umständliche Name vermuten lässt war es auch längst nicht. Ganz im Gegenteil: wir hatten ne Menge Spaß neben all dem konzentrierten Networking :-)


Impressionen vom 7. JuWi-Treffen in Graz

Mitte August war ich nochmal in Hamburg. Eine Kollegin von mir hat nen Pilotenschein und hat uns zu einem Rundflug über der Stadt, dem Hafen und weiter bis zur Elbemündung mitgenommen. Aus dieser Perspektive gefällt mir Hamburg sogar noch besser. Nachts haben wir dann ein alternatives Unterhaltungsprogramm, wie es so in München leider NICHT existiert, genossen. Da wir uns an den zeitversetzten Tagesablaufes meines kleinen Bruders angepasst hatten, waren die Nächte auch deutlich länger als die Tage.


Mit der Cessna über dem Hamburger Hafen. Wagenburgparty in Altona.

Virtuelles Reisen

Juli 18th, 2005

Der Eindruck, den dieses Blog bisher vielleicht vermittelt hat, täuscht. Auch ich bin oft zu Hause und verbringe Wochen und Monate in der Heimat. Ich jüngster Zeit waren meine weitesten Ausflüge mit nem Lidl-Ticket nach Hamburg (Gruß an meinen Bruder Thomas!) und ins Eng-Tal (Österreich).

Doch das muss ja nicht heißen, dass man hier völlig festsitzt. Seit neuestem kann man mit Google Earth ja auch im Kopf verreisen. Diese schöne Ablenkung habe ich kürzlich für mich entdeckt. Man hat die Erdkugel auf dem Bildschirm vor sich und kann sich völlig frei in jede Richtung bewegen und genau da “landen”, wo man gerade Lust dazu hat. Zuerst bin ich alten Reisen nachgefolgt und habe mir die schönsten Orte noch mal aus der Luft angesehen. In der Westmongolei habe ich zum Beispiel den Tsagaan Nuur gefunden, wo ich 2003 eine schöne Zeit hatte, mit Eisangeln, Reiten und so. Die Fotos von damals finden sich in meiner alten Bildergalerie. Die Bilder 012 bis 022 sind alle in diesem Bildausschnitt entstanden. Prima ist der runde Vulkankrater rechts neben dem See zu sehn und das Lavafeld. Nur Schnee und Eis muss man sich dazu denken. Der Ort ist südlich von Fluss, da wo die Sandpisten sich kreuzen.

…Bild vorsorglich gelöscht, wegen der grassierenden Abmahnungstaktik unterbelichteter Hilfsadvokaten… F***t Euch! …

Der See Tsagaan Nuur, wie er sich in Google Earth präsentiert.

Auch kann man schöne Orte suchen, wo man mal gewohnt hat. Hier hab ich einen davon. Wer erkennt ihn? Kleiner Tipp: fast in Bildmitte treffen sich die B1 und die B2…

…siehe oben…

Ebenso könnte man natürlich schaun, wie es am nächsten Reiseziel wohl aussehen wird, falls man es gar nicht erwarten kann…

Fazit

Mai 8th, 2005

Gerade (03.05.) lese ich im Flugzeug zurück nach München im Spiegel ein Interview mit Hellen Clark, der neuseeländischen Premierministerin. Es geht darum, warum sie in Neuseeland kaum Arbeitslosigkeit und ein ordentliches Wirtschaftswachstum haben, während wir in Deutschland immer tiefer in die Depression rutschen. Einer der Gründe wird besonders deutlich, wenn man im gleichen Heft als Beispiel den Artikel über unsere „große Justizreform“ liest: in Neuseeland wurden die nötigen Reformen einfach gemacht und nicht totgequatscht wie bei uns.
Trotz des verlockenden Arbeitsmarktes zieht es mich nicht sofort wieder zurück. Neuseeland ist auch nicht das Wunderland, wofür es manche anscheinend halten. Einige Aspekte sind in Deutschland oder Europa doch besser. Man lernt beispielsweise Kultur erst dann schätzten, wenn man in einem Land ist, wo es daran mangelt. (Wenn wir mal Spaßkultur, Cricket oder Pies nicht zählen.) Dazu ist es auch noch verdammt weit weg. Und außerdem bin ich doch erst vor vier Jahren ausgewandert: von Preußen nach Bayern.

P.S. (08.05.) Bin gut zurückgekehrt und habe mich wieder ans nasse, kalte Deutschland gewöhnt. Nach Rückmeldung an der Uni bin ich gleich zur traditionellen Herrentagstour nach Rathenow (siehe unter Links / alte Bildergalerien) aufgebrochen. Inzwischen bin ich wieder in München und habe etwas Schlaf nachgeholt.

Letzte Tage in Auckland

April 28th, 2005

Nachdem ich heute die Ergebnisse meiner Arbeit im Kollegenkreis vorgetragen habe, stehen jetzt nur noch Termine der geselligen Art auf dem Programm. So muss ich heute abend auf dem Trinkgelage der Auckland University Engineering Society sicher ein paar Runden fuer meine Kollegen schmeissen. Bei 1 Dollar/Pint wird das jedoch fuer die Brieftasche leichter zu verkraften sein als fuer die Leber.

Der Van ist seit vorgestern verkauft (viel Spass an Oto aus Tschechien!). War nicht einfach, den los zu bekommen, da die Reisesaison zu Ende ist. Nun bleibt als einzige Aufgabe, alles Zeug in den Rucksack zu packen…

Tongariro

April 25th, 2005

Am Samstag hab ich mit ein paar Kollegen und Bekannten noch eine letztes Super-Highlight absolviert: Tongariro Crossing. Eine 17km Wanderung durch den Tongariro National Park, durch raue Landschaft mit Vulkanen, Seen und heißen Quellen. Anfangs kamen Zweifel auf, ob wir die Wanderung würden genießen können, den die Wettervorhersagen waren alles andere als ermutigend: Orkanböen, Regen und Schnee bis auf 1200m sagten die Parkranger voraus. Ich habe kurzerhand wetteronline.de konsultiert und eine viel positivere Prognose erhalten: wechselnd bewölkt, einzelne Schauer. Es war also ein Wettstreit der Prognosen Neuseeland gegen Deutschland, den wir klar gewonnen haben. Zwar sind wir im Regen losgelaufen, aber auf dem ersten Gipfel ist die Wolkendecke aufgerissen und hat ein fantastisches Panorama freigegeben. Die Stimmung ist ebenso plötzlich ins Sonnige umgeschlagen, wenn auch Bedenken laut wurden, woher die Deutschen wohl das Bergwetter hier kennen – und was die noch alles wissen könnten…