{"id":28,"date":"2005-03-23T06:50:13","date_gmt":"2005-03-23T04:50:13","guid":{"rendered":"http:\/\/markus.promny.de\/blog\/archives\/2005\/03\/23\/die-sache-mit-der-arbeit"},"modified":"2008-05-14T14:28:04","modified_gmt":"2008-05-14T12:28:04","slug":"die-sache-mit-der-arbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/markus.promny.de\/blog\/archives\/2005\/03\/23\/die-sache-mit-der-arbeit","title":{"rendered":"Die Sache mit der Arbeit"},"content":{"rendered":"<p>Nun isses soweit: Im Folgenden berichte ich von allt\u00e4glicher, wenig am\u00fcsanter Arbeit. (Bei Nichtinteresse an diesem Thema bitte zum n\u00e4chsten Beitrag bl\u00e4ttern.) Ich muss dazu etwas ausholen: Seit Ende meines Studiums besch\u00e4ftige ich mich mit dem Geschiebetransport in Fl\u00fcssen, also mit der Bewegung von Kies und Sand auf der Gew\u00e4ssersohle infolge des Str\u00f6mungsangriffes. Warum, mag man sich da fragen. Tja, zum einen nat\u00fcrlich, weil ich daf\u00fcr bezahlt werde. Zum anderen, weil der Geschiebetransport einen wichtige Gr\u00f6\u00dfe bei nahezu allen Vorg\u00e4ngen im Zusammenhang mit Fl\u00fcssen darstellt. Bei genauerer Betrachtung ist ein Gro\u00dfteil der Erdoberfl\u00e4che durch den Geschiebetransport geformt worden (in Form von Erosion und Ablagerung) und wird immer noch geformt. Soweit dazu.<\/p>\n<p>Nun bin ich nicht ganz allein auf dem Gebiet, sondern es besch\u00e4ftigen sich auf der Welt doch einige Hundert Ingenieure, Geologen etc. damit. Sch\u00f6n w\u00e4re es, dachte ich nach drei Jahren in M\u00fcnchen, doch mal zu schaun, was die Anderen machen, wie sie es machen und ob man da nicht was lernen kann. Also habe ich meine Kontakte nach Auckland (warum nicht Auckland?) intensiviert, ein Gemeinschaftsprojekt entworfen und mich beim DAAD (Deutscher akademischer Austauschdienst) um ein Kurzzeit-Stipendium beworben (erfolgreich). Konkret bin ich, wie schon seit Beginn meiner Arbeit, dem Ausbreitungsverhalten von erw\u00e4hntem Geschiebe auf der Spur, speziell der Transportgeschwindigkeit und Dispersion dessen.<\/p>\n<p>Die Versuche, die ich nun hier im Labor der Auckland University durchf\u00fchre, beruhen auf der Markierung eines Teils des Geschiebes mit lumineszierender Farbe, welche unter UV-Licht wunderbar leuchtet. Das Geschiebe wird in einem Laborgerinne &#8211; einem  k\u00fcnstlichen, verkleinerten, idealisierten Fluss &#8211; von einer ebenso k\u00fcnstlich erzeugten Str\u00f6mung transportiert. Aufgrund der leuchtenden Beschichtung meiner gef\u00e4rbten Sandk\u00f6rner lassen sich diese nun sehr gut beobachten und Filmen bzw. Fotografieren. Die Beobachtung dieser ?Tracer? erm\u00f6glicht wiederum Aussagen \u00fcber das Transportverhalten des gesamten Geschiebes.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/markus.promny.de\/blog\/wp-content\/NZ21.jpg\" \/><br \/>\nAusschnitt der Labor-Gew\u00e4ssersohle, senkrecht von oben fotografiert. Die Bearbeitungsschritte von links nach rechts zeigen, wie man mittels Bildverarbeitung die Tracer extrahieren kann. Die erzeugten Bin\u00e4rbilder lassen sich in Hinblick auf die zeitliche und r\u00e4umliche Verteilung der Tracer analysieren.<\/p>\n<p>Bleibt die Frage: H\u00e4tte man das nicht auch in Deutschland machen k\u00f6nnen? Sicher, h\u00e4tte man. Gerade die fremde Umgebung liefert jedoch wertvolle, neue Denkanst\u00f6\u00dfe. Man schaut beinahe wie von au\u00dfen auf die eigene Arbeit. \u00dcberaus f\u00f6rderlich ist es auch, die eigene Arbeit kommunizieren zu m\u00fcssen, zumal in einer anderen Sprache.<\/p>\n<p>Nun ja, es wird mir wohl nicht verg\u00f6nnt sein, den Geschiebetransport endg\u00fcltig und umfassend zu beschreiben. Das haben auch viele Andere vor mir nicht geschafft. Jedoch kann ich jetzt schon sagen, dass mich pers\u00f6nlich die Zeit hier weiterbringt. Neben der fachlichen Komponente erm\u00f6glicht mir die Abwesenheit von Routine und Pflichten, meinen Blick auch mal wieder auf andere, mich interessierende Themen zu lenken. Nein, ich meine nicht das Freizeitverhalten neuseel\u00e4ndischer Bauingenieurs-Studenten, sondern durchaus auch Themen gesellschaftlicher Relevanz. Dazu aber demn\u00e4chst etwas mehr, sonst wird das hier zu lang. Lie\u00dft \u00fcberhaupt noch jemand bis hierher??<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun isses soweit: Im Folgenden berichte ich von allt\u00e4glicher, wenig am\u00fcsanter Arbeit. (Bei Nichtinteresse an diesem Thema bitte zum n\u00e4chsten Beitrag bl\u00e4ttern.) Ich muss dazu etwas ausholen: Seit Ende meines Studiums besch\u00e4ftige ich mich mit dem Geschiebetransport in Fl\u00fcssen, also mit der Bewegung von Kies und Sand auf der Gew\u00e4ssersohle infolge des Str\u00f6mungsangriffes. Warum, mag [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,4],"tags":[],"class_list":["post-28","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemeines","category-neuseeland"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/markus.promny.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/markus.promny.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/markus.promny.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/markus.promny.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/markus.promny.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=28"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/markus.promny.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/28\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/markus.promny.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=28"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/markus.promny.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=28"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/markus.promny.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=28"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}