Wie sieht es eigentlich aus, in Usbekistan…?

Wie soll sich jemand aus Deutschland, der noch nie hier war, Usbekistan eigentlich vorstellen? Dazu werde ich mal einfach ein paar Dinge aufzaehlen, welche wir nur aendern muessen, und schon ist Deutschland genauso wie Usbekistan:

Wenn wir morgens das Radio anmachen, muesste ertoenen: “Es ist Sieben Uhr in der Bundesrepublik” – gefolgt von der Nationalhymne. Zur gleichen Zeit im Fernsehen liefen drei verschiedene Musikprogramme (von Volksmusik bis Pop), die Sportschau und eine Reportage ueber unsere Autoproduktion (Daewoos in Lizenz) – nur keine Nachrichten.

Unsere Bundesstrassen waeren deutlich breiter und dafuer ein wenig ausgefahren. Am Fahrbahnrand muessen wir uns eine bunte Mischung aus Fussgaengern (auf der Fernstrasse, jawohl), Radfahrern und Eselskarren vorstellen. Alle 50 km (in Grenznaehe etwas dichter) gaebe es einen Polizeiposten, an dem man stoppen muss und wahllos zur Kontrolle rausgezogen wird. Ueberhaupt haetten wir viel mehr Polizisten, dafuer kaum Polizeiautos. Braucht man bei dieser stationaeren Ueberwachungsvariante auch nicht. Wenn einer mal tatsaechlich nicht anhaelt, ist der naechste Posten bei Ankunft bereits informiert und kann abkassieren (heute bereits erlebt).

Die Grenzen koennten nicht so bleiben. Man muesste wie einst Stalin in Zentralasien die Grenzen so ziehen, dass wir ohne unsere Nachbarstaaten kaum lebensfaehig waeren. Eisenbahnen und Strassen muessten jeweils wahllos die Grenzen schneiden und tangieren und mitten im Land haetten wir kleine Daenemark- oder Tschechien-Enklaven.

Wenn dann noch die Frauen wieder mehr farbenfrohe Kleider truegen und unsere Staedte einen Touch Tausend-und-Eine-Nacht gemischt mit sovietischen Paradeboulevards bekaemen, haetten wir so etwas wie die Bundesrepublik Germanistan. Und genauso muss man sich Usbekistan vorstellen.

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