Archive for April, 2005

Letzte Tage in Auckland

Donnerstag, April 28th, 2005

Nachdem ich heute die Ergebnisse meiner Arbeit im Kollegenkreis vorgetragen habe, stehen jetzt nur noch Termine der geselligen Art auf dem Programm. So muss ich heute abend auf dem Trinkgelage der Auckland University Engineering Society sicher ein paar Runden fuer meine Kollegen schmeissen. Bei 1 Dollar/Pint wird das jedoch fuer die Brieftasche leichter zu verkraften sein als fuer die Leber.

Der Van ist seit vorgestern verkauft (viel Spass an Oto aus Tschechien!). War nicht einfach, den los zu bekommen, da die Reisesaison zu Ende ist. Nun bleibt als einzige Aufgabe, alles Zeug in den Rucksack zu packen…

Tongariro

Montag, April 25th, 2005

Am Samstag hab ich mit ein paar Kollegen und Bekannten noch eine letztes Super-Highlight absolviert: Tongariro Crossing. Eine 17km Wanderung durch den Tongariro National Park, durch raue Landschaft mit Vulkanen, Seen und heißen Quellen. Anfangs kamen Zweifel auf, ob wir die Wanderung würden genießen können, den die Wettervorhersagen waren alles andere als ermutigend: Orkanböen, Regen und Schnee bis auf 1200m sagten die Parkranger voraus. Ich habe kurzerhand wetteronline.de konsultiert und eine viel positivere Prognose erhalten: wechselnd bewölkt, einzelne Schauer. Es war also ein Wettstreit der Prognosen Neuseeland gegen Deutschland, den wir klar gewonnen haben. Zwar sind wir im Regen losgelaufen, aber auf dem ersten Gipfel ist die Wolkendecke aufgerissen und hat ein fantastisches Panorama freigegeben. Die Stimmung ist ebenso plötzlich ins Sonnige umgeschlagen, wenn auch Bedenken laut wurden, woher die Deutschen wohl das Bergwetter hier kennen – und was die noch alles wissen könnten

Punk, Nudeln und ein Kater

Sonntag, April 17th, 2005

Langsam bin ich soweit, das ich mich wieder auf zu Hause freue (noch genau 2 Wochen…) Manches hier schneidet im Vergleich doch eher weniger gut ab. Punk-Konzerte mit Teppichboden und Diskobeleuchtung gehen einfach nicht.
Und hoffentlich bleibt uns die total trendige Wagamama-Nudelkette (www.wagamama.com) in Deutschland ersparrt. Mein schlimmster Restaurantbesuch in 4 Monaten. Yuppie-Mist!
Zum Glueck ist in meinem neuen Domizil immer was los. Wenn mal wirklich Flaute ist, kommt PJ der Hostel-Kater und sorgt fuer Unterhaltung.


Fernsehen. Tier-Doku-Action mit PJ Groove

Hab heute auf nem Automarkt gestanden und versucht, den Toyota zu verkaufen. Nette Leute kennengelernt, aber sonst erfolglos. Also auch noch auf diesem Wege: wenn jemand nen super Van (siehe unten) in Auckland sucht: +64-21-0709172.


Mein Zuhause in Auckland. Gute Lage, oder?

Umzug in die City

Dienstag, April 12th, 2005

Eine Sache muss ich noch richtig stellen: Auf gar keinen Fall moechte ich hier weiter Werbung fuer die Remuera Motor Lodge machen. Der Platz ist immer noch super: Ambiente, Lage, die netten Gaeste… die Inhaberin ist jedoch ne garstige, gierige Hexe. Leider scheint ihr Ziel zu sein, den Platz runterzuwirtschaften und dann das Top-Grundstueck als Bauland zu verkaufen, wie das zur Zeit ueberall in Neuseeland passiert. Ich wohne – seit ich ihre Forderung abgelehnt habe, als Dauergast nun deutlich mehr (!) zu zahlen, jetzt sehr zentral im City Groove Backpackers. Mein Weg zur Uni ist nun nur noch 3 Minuten lang. Ich schlafe immernoch im Van, der mit FOR-SALE-Schild 🙁 in nem kleinen Park vor der Tuer steht.

Was uns (noch) bewegt

Freitag, April 8th, 2005

Man neigt ja leicht dazu, im Ausland ständig alles unfreiwillig mit daheim vergleichen zu müssen. Besonders auffällig ist hier in Neuseeland die völlige Abhängigkeit vom Auto. Öffentlicher Nahverkehr und das Bahnsystem sind völlig unterentwickelt. Außerdem liebt der Kiwi alles was einen Motor hat und brettert in seiner Freizeit damit durch die Landschaft: Offroadfahrzeuge aller Art, Jetskis, Motorboote, Motorräder Nun darf ich das gar nicht kritisieren, denn auch mein Bus fährt ja leider nicht vom Sonnenschein, auch nicht all die von mir benutzten Boote, Fähren, der Hubschrauber Realistisch betrachtet steh ich mit meiner Um-die-Welt-Fliegerei im ökologischen Ranking sogar ziemlich weit unten, da macht das ganze zur-Arbeit-radeln gar nichts wieder gut.

Diese Einsicht und die Beobachtung der scheinbar sorglosen Neuseeländer hat mich dazu gebracht, mich stärker als bisher mit Energieerzeugung und deren Zukunft zu beschäftigen. Meine persönliche Überzeugung nach dem Studium von Fachzeitschriften, Internet und ein paar interessanten Gesprächen ist, dass sich unser sorgenfreies, energieverschwendendes Leben recht bald ändern wird. Grund dafür ist, dass die Nachfrage nach Öl unserem weitaus wichtigsten Energielieferanten das Angebot übersteigen wird. Warum das kein Politiker wahr haben will, ist klar: gebremster Konsum ist die größte Katastrophe, die sie sich vorstellen können. Man schaue nur beispielsweise, welche Angst unser Auto-Kanzler vor einem vergleichsweise lächerlichen (und trotzdem nutzlosen) Schritt wie Sonntagsfahrverboten zur Einhaltung der Feinstaubrichtlinie hat. Wer sich auch ein Bild von der Lage, wie sie Experten in Fachzeitschriften einschätzen, machen möchte, dem schick ich gern ein paar beunruhigende Artikel zu.


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