Hama

September 16th, 2009

Am Montag haben wir unsere erste Zugreise von Damaskus nach Hama unternommen. Hier wohnen wir nun sehr luxurioes in einem 5-Sterne-Hotel mit Pool. Wir sind fast die einzigen Gaeste, von ein paar Gruppenreisenden und nem Scheich abgesehen.

Hama ist sehr schoen, mit alten Wasserraedern und netter Lage an einem Fluss. Ich muss bei Gelegenheit ein par Fotos hochladen.

Dennoch: Hama ist eine ganz andere Welt als Damaskus. Als mich ein paar Leute in Damaskus dezent darauf hinwiesen, dass die Leute hier “anders” und “strenger” sind, habe ich das recht naiv abgetan. Faktisch ist es aber das Zentrum der Konservativen in Syrien. Kathleen ist ziemlich die einzige Unverschleierte hier und in den Cafes sitzen nur Maenner. Das ist aber kein Problem, da sie uns Ruhe lassen.

Zum Hotel gehoert auch ein sehr nettes Restaurant am Fluss, mit super Essen, kuehlem Bier und einem Spielplatz. Das haben wir alles fast fuer uns allein.

Morgen fahren wir weiter nach Aleppo, wo es wieder sehr viel liberaler sein soll.

Welcome to Syria!

September 12th, 2009

Mit diesem Satz kommentierte unser Fahrer vom Flughafen zum Hotel in Damaskus, dass wir eine Stunde fuer die Einreiseformalitaeten angestanden haben. Abgesehen davon haben wir aber noch keinen Grund gefunden, der dagegen sprechen wuerde, hierher zu fahren.

Das es solche Gruende gibt, scheinen viele Leute zu denken. Jedenfalls musste ich bei noch keiner Reise zuvor so oft begruenden, wieso wir denn unbedingt DORTHIN muessen. Und dann noch mit einem 21 Monate alten Kind…

Bisher zumindest gefaellt es uns sehr gut hier. Wir wohnen in einem kleinen Privatpalast, der vor drei Jahren zum Hotel umgebaut wurde. Essen wird verschwenderisch viel und sehr abwechslungsreich aufgetischt. Selbst wenn man nur ein kleines Abendessen haben moechte, landen mindestens 10 Teller auf dem Tisch. Fuer unser grosses Ramadan-Menu heute abend waren es sicher 20 verschiedene Speisen. Das Nachtisch-Buffet mussten wir da leider etwas vernachlaessigen.

Unsere Besichtigungen machen wir ganz gemaechlich, sodass unsere kleine Prinzessin keinen Grund zur Beschwerde hat. Heute haben wir nur die Umayad-Moschee angeschaut und einen Palast. Auf Socken durch den Moscheehof rennen fand sie schon lustig. Und auch sonst laeuft es gut fuer sie: aus verdauungstechnischen Gruenden musste Sie schon mit Eis und Melone vollgestopft werden, was das Problem dann auch geloest hat. Ihr Lieblingsessen Oliven gibt es schon zum Fruehstueck. Und man darf alles mit der Hand essen…

Radwege im Westen und im Osten

Mai 9th, 2009

Als Jemand, der gern mal eine Fahrradtour macht, muss ich hier unbedingt mal folgendes Thema anbringen: Den Zustand der Radwege in der Republik. Das kann nach meiner Beobachtung als Beispiel für die Infrastruktur insgesamt herhalten. In meiner neuen Wahlheimat Koblenz habe ich gerade die ersten Touren absolviert und ein paar Impressionen vom Radwegezustand eingefangen:

Neben dem erkennbar schlechten Unterhaltungszustand finden sich auch Beispiel für echte Schildbürgereien, was das Layout an sich angeht:

Dieses Beispiel ist nicht irgendwo aufgenommen, sondern am Fernradweg Bonn-Koblenz – erstere war ja immerhin vor nicht allzu langer Zeit noch Bundeshauptstadt. In Koblenz selbst kann man schon froh sein, wenn es überhaupt einen Radweg gibt, an den meisten Straßen fehlt er ganz. Oder aber er ist so breit, dass für die Fußgänger ein knapper Meter bleibt, was natürlich zur Folge hat, dass er von jenen komplett ignoriert wird und man dann auch nicht Rad fahren kann. Völliger Blödsinn.

Man müsste die westdeutschen Stadt- und Verkehrsplaner also mal zur Weiterbildung in den Osten schicken, wo ein Radwegenetz existiert, dass kaum noch Wünsche offen lässt. Das folgende Bild habe ich auf einer Herrentagstour bei Rathenow aufgenommen. Die Wege sind sogar im betrunkenen Zustand gut befahrbar. (Männers, ich freu mich schon auf die kommende Tour!)

Die deutsche Politik kann wohl von Glück reden, dass nicht mehr Wessis mal zum Vergleichen in den Osten fahren, sonst wären die Forderungen nach dem Ende der Ost-Förderung wohl noch viel lauter. Radwege sind wie gesagt nur ein Beispiel. Gleiches gilt nach meiner Erfahrung für Ortsumgehungen, Kreisverkehre, etc., etc. …

Neu in Koblenz

Dezember 19th, 2008

Wir sind wieder umgezogen. Seit November leben wir nun in Koblenz, am Zusammenfluss von Mosel und Rhein. Beruflich passt es hier für uns beide sehr gut, was natürlich der Hauptgrund für den Wechsel von Zürich hierher war. Und für die Kleine haben wir hier eine sehr gute Tagesbetreuung.

Wir in Koblenz

Jedoch kann man schon Zweifel bekommen, ob die Entscheidung richtig war. Deutschland und seine führenden Politiker machen schon einen recht kaputten Eindruck momentan. Das Einkommen sollte man besser auch nicht vergleichen, trotz niedrigerer Kosten bleibt in Deutschland deutlich weniger übrig, was vor allem an den in der Schweiz viel geringeren Steuern liegt.

Zum Glück können wir uns über ein paar persönliche Errungenschaften freuen, welche letztendlich die Lebensqualität bestimmen: Wir haben jetzt eine Wohnung, die ist doppelt so groß wie unsere in Zürich und trotzdem günstiger. Dank der überschaubaren Ausmaße von Koblenz und etwas Glück bei Arbeitsplatz-, Kinderbetreuungs- und Wohnungssuche können wir jetzt alle täglichen Wege bequem zu Fuß erledigen. Und die Gegend hier ist ja auch nicht so übel: es kommen immerhin Leute zum Urlaubmachen her. Okay, wohl nicht so viele wie in unseren letzten Wohnorten München bzw. Zürich…

Weniger bekannt ist vielleicht, dass die Gegend um Koblenz die Heimat einer Fülle sehr spezieller Ortsnamen ist. Hier wohnt man zum Beispiel in Abentheuer, Wolken, Bengel, Rüber oder Anschau. Irgendwie irreführend sind die Orte Luxem, Pommern und Franken. Sehr wohlklingend hingegen finde ich Ochtendung und Nickenich. Das ist doch auf jeden Fall besser, als in Dünfus, Müden, Kratzenburg, Blasweiler, Miesenheim oder gar Alzheim zu wohnen!

Wen wundert es da, dass jemand zwischen Fußhölle und Weibern den folgenden Hilferuf in einen Acker gefräst hat:

Was hilft da? Umziehen. Zum Beispiel nach Alf an der Mosel.

Cesme, Türkei

September 1st, 2008

Wegen einer Konferenz darf ich in die Türkei dienstreisen. Meine Familie hat sich ebenfalls eine Auszeit verdient, alos kommen Kathleen und Karoline mit. Bietet sich ja auch an: die Tagung findet in einem 5-Sterne-Urlaubshotel direkt am Meer statt.

Karoline ist ihrerseits sowieso zur Zeit auf grosser Weltentdeckung. Das Krabbeln klappt immer besser, so sorgt sie schon am Flughafen durch ihre Erkundungstouren für große Erheiterung. Ein junger Mann von 18 Monaten ist ihr Ziel und erwidert ihre Liebkosungen gern.

Da wir ein paar Tage vor Beginn der Konferenz anreisen, bleibt uns auch Zeit für Erkundungen. Das Hotel ist das größte und touristisch-mainstreamigste, in dem wir je waren. Viele Deutsche. Skuriler Dialog beim Abendessen:

Frau am Nachbartisch (sieht, dass ich mich mit etwas unter dem Tisch beschäftige): “welche Katze haben sie denn da? Die Schwarze oder die Weiße?”

Ich: “Meine Tochter.”

Frau: “Ach so.” – Pause – “Woher in Deutschland kommen sie denn?”

Ich: “Zürich.”

Frau: “Toll. Wir kommen ja aus Stuttgart.”

Ende des Gesprächs.

Vom 5-Sterne-Komfort bin ich eigentlich ziemlich enttäuscht. Da waren wir schon in vielen (viel billigeren) Häusern mit deutlich aufmerksameren Service. 5-Sterne haben eigentlich nur die Preise. Ein Bier kostet 6 EUR und ist damit teurer als in Zürich…

Und wieviel Länder hast Du schon besucht?

August 13th, 2008

Früher wollte ich bei Langeweile mal kleine Stecknadeln in eine Landkarte stecken, wo ich überall schon gewesen bin. Heute kann man das natürlich auch schnell mal am Rechner erledigen:

Wobei “besucht” natürlich relativ ist. In Neuseeland hab ich beispielsweise schon sehr viel erlebt. Im Fall von den Vereinigten Arabischen Emiraten hingegen war das bei mir bisher nur ein 3h-Spaziergang vom Flughafen Dubai aus. Oder Kasachstan: ein 30min-Aufenthalt am Bahnhof von Petropavlovsk. Das reicht für ein leckeres Schaschlik essen und weiter mit dem Zug in Richtung Moskau. Wenn man diese Länder alle mitzählt komm ich laut der oben zitierten Seite auf eine Da-war-ich-schon-Quote von 23%. Und Du?

Reisen mit Baby: Wohnmobil

Juni 27th, 2008

Soeben ausprobiert und wärmstens empfohlen: die Wohnmobil-Tour mit Kleinkind. Und zwar aus diesen Gründen:

- Man hat alles dabei was Mann, Frau und vor allem Kind brauchen.

- Kind muss sich nur am Anfang einmal an eine neue Umgebung gewöhnen und die Eltern sind trotzdem nicht irgendwo an einem Ort festgebunden.

- Man kann alle Leute von der zu-Besuchen-Liste auf einmal ansteuern.

- Und dann kann man damit natürlich noch schöne Ferien am Meer machen.

In unserem Fall war das seit langem mal wieder die Ostsee. Die ist aber auch immer eine Reise wert. Sowohl Rügen als auch Usedom haben ihren ganz eigenen Reiz und uns wieder gut gefallen. Dank Babyfon konnten wir auch öfter mal abends ausgehen und die EM verfolgen. 

Wohnmobilurlaub mit Kind

Reisen mit Baby: Bahn

Mai 25th, 2008

Hier in der Schweiz ist das Bahnfahren ziemlich verbreitet und akzeptiert. Die SBB meldete kürzlich wieder neue Fahrgast-Rekordzahlen. Schon rund 5 % der Bevölkerung hat ein Generalabonnement (vergleichbar einer Bahncard100) mit der man soviel fahren kann wie man will. Wenn man hier als Kleinfamilie den 2-Tages-Wochenendausflug per Bahn macht, muss man höchstens noch den deutschen Kollegen gegenüber rechtfertigen, warum man denn nicht mit dem Auto fährt. Für Kinderwagen gibt es in jedem Wagen einen Stellplatz und für die etwa größeren Kinder gibt es in einigen Zügen sogar einen halben Doppelstockwagen als Spielzimmer inklusive Rutsche!

Im deutschen ICE hingegen glaubten wir unseren Augen nicht zu trauen: Kein Platz für Kinderwagen. Der Schaffner (wie nennen die sich heute auf Neudeutsch eigentlich nochmal?) gab uns den Tipp, den Wagen einfach am Eingang stehen zu lassen. Damit war der Eingang zwar fast vollständig verstellt, aber was besseres haben wir echt nicht gefunden. Da ist auf jeden Fall noch Verbesserungsbedarf vorhanden.

Reisen mit Baby: Flugzeug

Mai 25th, 2008

Zugegeben: Als ich noch kein stolzer Vater war, haben mich Kleinkinder im Flugzeug oft ziemlich genervt. Besonders bei Start und Landung haben sich diese meist lautstark bemerkbar gemacht. Dabei muss das mit dem Lärm gar nicht so sein. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass Saugen während Start und Landung den Kleinen beim Druckausgleich hilft. Das sorgt für weniger Stress bei Kind, Eltern und Mitreisenden.

Fuettern_im_Flugzeug.jpg

Worte der Woche

April 30th, 2008

Im Magazin der “Zeit” gibt es seit einer Weile die Kategorie “Worte der Woche”, in der gewissen Personen Worte untergeschoben werden, die sie leider nicht gesagt haben. Oftmals sehr lustig! (leider ist die Rubrik in der Online-Ausgabe so gut wie unauffindbar, deshalb hier auch kein Link)

Hier sind meine Worte der Woche, die im Gegensatz zu denen in der Zeit aber tatsächlich gesagt wurden:

“Der Wähler fährt kein Binnenschiff.” – Ein Mitarbeiter der deutschen Verkehrsministeriums in einem Gespräch über aktuelle Prioritätensetzungen der Verkehrsförderung.

“eijeijei — prrrrr — mamamam — jeeeh” – Karoline (bald 5 Monate) zu scheinbar allen Themen, die sie derzeit interessieren.

Reisen zu dritt

Februar 17th, 2008

Reiseberichte und mehr. So heißt es im Titel dieses Blogs. Das in letzter Zeit nichts über Reisen zu lesen war, lag daran, dass diese sehr reduziert werden mussten. Dafür wurde das “mehr” umso wichtiger. Der schönste Grund für uns, nicht zu reisen, heißt Karoline und ist jetzt zwei Monate alt.

Die Fahrt durch Marokko, die unten beschrieben ist, haben wir schon im Bewusstsein, im dritten Monat schwanger zu sein, angetreten. Deshalb waren unsere Wege dort auch etwas weniger abenteuerlich. Wenn man sich nicht zu viel zumutet, ist das nach unserer Erfahrung kein Problem.

Nun also haben wir den ersten Ausflug zu dritt gemacht: auf die Rigi. Das braucht schon etwas mehr Vorplanung und vor Allem Gepäck, macht aber auch mehr Spaß…

Rigi.jpg

Neu in Zürich

Juni 24th, 2007

Seit Anfang Juni bin ich nun Gastarbeiter in der Confoederatio Helvetica. Genauer gesagt an der ETH Zürich. Das ist sehr schön soweit und bringt jede Menge neuer Erfahrungen mit sich. Inzwischen habe ich mich sogar an den grossen Glockenturm vor dem Balkon gewöhnt, der mir zu jeder Tages- und Nachtzeit ungefragt die Uhrzeit läutet. Auch sonst habe ich mich schon ganz gut eingelebt. Ich weiss, was ein Bürli und was ein Büsi ist. Mein Halbtax verbilligt mir die häufigen Fahrten nach München. Zur Arbeit fahre mit dem Trolley oder dem Velo. Letzteres parkiere ich dann in einem Veloeinstellplatz. Wie meine Kollegen liebe ich das Grillieren. Dann gibt es gern Poulet oder Cervales.

Neulich war ein Artikel im Spiegel über diesen Klimaforscher aus Potsdam, der an die ETH gewechselt ist. Dieser endet mit der Aussage:”Ich habe hier den schönsten Arbeitsplatz der Welt.” Wenn man sich die Bilder von meinem ersten Aussentermin ansieht, dann wird man verstehen, dass ich mich dem anschliessen möchte…

Mündung der Melchaa in den Sarner See

Baden in Marokko

Mai 11th, 2007

Jawoll, das geht. Man muss dazu auch nicht in die Charterflug-Festung Agadir fliegen. Wir haben uns den kleinen Ort Asilah, 40 km suedlich von Tanger, dazu ausgesucht. Hier geht es sehr entspannt zu. Strand, Promenade, kleine Hotels und Lokale und eine klinisch reine Altstadt. Diese ist, ganz im Gegensatz zu richtigen marokkanischen Staedten, nicht nur sauber, sondern riecht sogar noch so. In den Lokalen gibt es Berge von Fisch und auch Bier, wenngleich im neutralen und blickdichten Krug geliefert.

Die Frage nach Kopftuch oder nicht wird hier sehr unterschiedlich beantwortet. Man sieht einheimische Maedels im traditionellen Kleid mit Kopftuch genauso wie offene Haare und beinahe die komplette Bandbreite aktueller Mode. Nur nicht gerade Minirock (wenn, dann mit Leggins drunter) oder Bikini. Als Tourist/in hat man aber sowas wie Narrenfreiheit, was den Strand angeht.

Der Muezzin ruft, die Brandung ist aber lauter.

Fes

Mai 4th, 2007

Inzwischen sind wir in Fes. Auch sehr schoen hier. Unsere Bleibe ist ein Richtiger Palast: unten ist ein Luxusrestaurant und wir wohnen auf dem Dach mit Blick ueber die Altstadt.

Heute ist Freitag und fuer Moslems somit Wochenende. Deshalb kann man sehr gemuetlich spazieren und alles ohne Stress und Kaufzwang anschaun. Einen kleinen Teppich haben wir trotzdem gerade heute erstanden. Schoener Bettvorleger…