Archive for März, 2005

Kurzbesuch bei den Aussies

Mittwoch, März 30th, 2005

Mein Ostern verlief extrem anders als die letzten Jahre. Um ehrlich zu sein, hab ich nicht mal richtig gemerkt, dass Ostern war. Ich habe die freien Tage genutzt, um über die Tassie nach Aussie zu fliegen, wie man hier sagt. Fünf fantastische Tage: Sydney und extrem-hashen beim Aussie Nash Hash. Zu Sydney will ich gar nicht viel sagen. Die Stadt ist einfach Wahnsinn, echt großartig. Zum hashen kamen ein paar Nachfragen, deshalb hier noch mal ne kurze Erklärung: Die Hash House Harriers sind ein Laufclub, wo der Spaß deutlich wichtiger als der Sport ist. Von Südostasien aus hat er sich inzwischen über die ganze Welt ausgebreitet. In fast jeder größeren Stadt gibts einen Ableger. In vielen Ländern treffen sich die Hasher alle paar Jahre zum Nash Hash (national hash). Zufällig habe ich nun an jenem von Australien teilgenommen, in Toronto (jawohl), 200 km nördlich von Sydney. Das war wahrscheinlich die extremste Art, die Aussies kennen zu lernen. 3 Tage, 500 Leute zwischen 8 und 80, viel Spaß und ein wenig Sport. Wer mal bei nem hash mitmachen will, schaut am besten ins Internet. Im Mai startet beispielsweise der Nürnberg Hash seinen allerersten Lauf ( www.nhhh.de ).

Die Sache mit der Arbeit

Mittwoch, März 23rd, 2005

Nun isses soweit: Im Folgenden berichte ich von alltäglicher, wenig amüsanter Arbeit. (Bei Nichtinteresse an diesem Thema bitte zum nächsten Beitrag blättern.) Ich muss dazu etwas ausholen: Seit Ende meines Studiums beschäftige ich mich mit dem Geschiebetransport in Flüssen, also mit der Bewegung von Kies und Sand auf der Gewässersohle infolge des Strömungsangriffes. Warum, mag man sich da fragen. Tja, zum einen natürlich, weil ich dafür bezahlt werde. Zum anderen, weil der Geschiebetransport einen wichtige Größe bei nahezu allen Vorgängen im Zusammenhang mit Flüssen darstellt. Bei genauerer Betrachtung ist ein Großteil der Erdoberfläche durch den Geschiebetransport geformt worden (in Form von Erosion und Ablagerung) und wird immer noch geformt. Soweit dazu.

Nun bin ich nicht ganz allein auf dem Gebiet, sondern es beschäftigen sich auf der Welt doch einige Hundert Ingenieure, Geologen etc. damit. Schön wäre es, dachte ich nach drei Jahren in München, doch mal zu schaun, was die Anderen machen, wie sie es machen und ob man da nicht was lernen kann. Also habe ich meine Kontakte nach Auckland (warum nicht Auckland?) intensiviert, ein Gemeinschaftsprojekt entworfen und mich beim DAAD (Deutscher akademischer Austauschdienst) um ein Kurzzeit-Stipendium beworben (erfolgreich). Konkret bin ich, wie schon seit Beginn meiner Arbeit, dem Ausbreitungsverhalten von erwähntem Geschiebe auf der Spur, speziell der Transportgeschwindigkeit und Dispersion dessen.

Die Versuche, die ich nun hier im Labor der Auckland University durchführe, beruhen auf der Markierung eines Teils des Geschiebes mit lumineszierender Farbe, welche unter UV-Licht wunderbar leuchtet. Das Geschiebe wird in einem Laborgerinne – einem künstlichen, verkleinerten, idealisierten Fluss – von einer ebenso künstlich erzeugten Strömung transportiert. Aufgrund der leuchtenden Beschichtung meiner gefärbten Sandkörner lassen sich diese nun sehr gut beobachten und Filmen bzw. Fotografieren. Die Beobachtung dieser Tracer ermöglicht wiederum Aussagen über das Transportverhalten des gesamten Geschiebes.


Ausschnitt der Labor-Gewässersohle, senkrecht von oben fotografiert. Die Bearbeitungsschritte von links nach rechts zeigen, wie man mittels Bildverarbeitung die Tracer extrahieren kann. Die erzeugten Binärbilder lassen sich in Hinblick auf die zeitliche und räumliche Verteilung der Tracer analysieren.

Bleibt die Frage: Hätte man das nicht auch in Deutschland machen können? Sicher, hätte man. Gerade die fremde Umgebung liefert jedoch wertvolle, neue Denkanstöße. Man schaut beinahe wie von außen auf die eigene Arbeit. Überaus förderlich ist es auch, die eigene Arbeit kommunizieren zu müssen, zumal in einer anderen Sprache.

Nun ja, es wird mir wohl nicht vergönnt sein, den Geschiebetransport endgültig und umfassend zu beschreiben. Das haben auch viele Andere vor mir nicht geschafft. Jedoch kann ich jetzt schon sagen, dass mich persönlich die Zeit hier weiterbringt. Neben der fachlichen Komponente ermöglicht mir die Abwesenheit von Routine und Pflichten, meinen Blick auch mal wieder auf andere, mich interessierende Themen zu lenken. Nein, ich meine nicht das Freizeitverhalten neuseeländischer Bauingenieurs-Studenten, sondern durchaus auch Themen gesellschaftlicher Relevanz. Dazu aber demnächst etwas mehr, sonst wird das hier zu lang. Ließt überhaupt noch jemand bis hierher?

Hashing with the Auckland Hash House Harriers

Montag, März 21st, 2005

Today’s posting is written in English as it is mainly aimed on my hashing mates in Munich and Auckland. So far I did quite a few nice hashes in Auckland, but last Sunday was something really outstanding: I joined the Auckland Hash on the „Round the Bays“. That’s an 8.6 km amateur city run along Auckland’s shoreline with about 70,000 participants every year. The Hash made it into the „Round the Beers“ run. They have a customised car-trailer, fitted with beer kegs and tap, a sound system and a gas-fired barbeque. The whole thing is pulled by about 10 hashers on two long ropes. So, imagine us among the running crowd, dringing beer from the tab, having barbecued bacon – all to the sound of Beachboys-classics. Great show! On-On…


Auckland Hash (green shirts) with the hash-entertainment-trailer on the Round the Bays

Another lovely day in paradise…

Dienstag, März 15th, 2005

…ist der Spruch, den man von Alun (siehe 25.02.) am häufigsten hört. Auf „have a nice day“ antwortet er stets: „Im doing my bloody best“. Das kann man meiner Erfahrung nach als Lebensphilosophie vieler Kiwis vermuten. Er ist mir inzwischen ziemlich guter Freund geworden und deshalb habe ich ihn auch übers Wochenende in Far North (heißt so und ist genau dort) besucht, wo er derzeit die Farm eines Bekannten hütet. Das ist weniger Arbeit, als man denkt, denn die Viecher rennen hier alle frei rum. Die Hühner und Enten haben zwar ein Gatter, die Tür steht aber immer offen. Warum die nicht wegrennen, ist mir nicht klar geworden. Die Truthähne leben gar in einem Baum, der eigentlich auf Nachbars Grund steht – stört hier keinen.

Wir haben also genug Zeit, die Umgebung zu erkunden. Die Karikari Halbinsel ist wirklich – pssst, das muss aber unter uns bleiben – ein paradiesischer Geheimtip. Fern ab vom Touristenstrom gibt`s hier vor allem türkises Wasser, Sanddünen und ein paar Farmen. Später folgen wir einer weiteren Weisheit von Alun: Um Einheimische zu treffen, muss man in den Pub gehen.

Soviel Neues gibt’s ja nicht…

Mittwoch, März 9th, 2005

Das letzte Wochenende war doch wieder eher touristischer Natur. Ziel war Wanganui. Hier haben die Eltern einer Bekannten (Hey Laurie!) – Schotten allesamt – ein Haeuschen gekauft. Gerade war die Family dort zum Urlaub machen, da hab ich mich mit eingeladen. Das Staedtchen ist eher proviniell und aehnelt meiner Heimatstadt Rathenow in einiger Hinsicht:
– ganz nett gelegen, zieht aber wenig Nutzen daraus.
– Leute in meinem Alter gehen scharenweise weg, da kaum Arbeit.
– die Moeglichkeiten des Wochenend-Amusements sind arg begrenzt.

Die Fahrt war mal wieder grossartig: Vulkane, Schotterpisten, Urwald. Ich meide inzwischen die Highways und nehme fuer ein paar nette Aus- und Anblicke auch mal Fahrzeiten von 10 Stunden fuer 500 km in Kauf.

Toyota und ich am Mt. Ruapehu

In Auckland gibt’s immer noch viel zu entdecken. An der Uni ist wegen des Semesterbeginns viel los. Staendig sind sogenannte Orientations, das sind meist mit Schnittchen und Wein oder Grill und Freibier garnierte Veranstaltungen. Dann haben wir noch das AK05-Festival, wo auch ne Menge Musik etc. geboten wird. Hashen geh ich natuerlich auch noch regelmaessig: gestern hatten wir einen Blood-Run. Hoert sich martialisch an, ist aber nur ein Lauf mit anschliessender Blutspende mit anschliessendem Biertrinken.


Summer in the City

Die Nachrichten aus der Heimat klingen seltsam surreal. -38 Grad Kaelterekord… Deutschland in Winterstarre. Und kuerzlich hat mir jemand erzaehlt, Mooshammer sei tot …?!.


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