Marrakesh

Mai 1st, 2007

Als ich einem Kollegen erzaehlte, dass wir nach Marokko fahren, sagte der: “warum nicht.” Genau, warum eigentlich nicht. Die Auszeit haben wir uns redlich verdient, moechte ich behaupten. Und nett ist es hier auch. Geradezu unterschaetzt. In Marrakesh fuehlen wir uns sehr wohl. Das duerfte zuerst an unserem luxurioesen Heim liegen: Ein restaurierte altes Hofhaus, die hier Riad heissen. Nur 4 Zimmer, aber dazu noch mehrere Salons und eine Dachterrasse.

Die Stadt ist bunt und es gibt den orientalischen Mix aus Basar, Essen und viel Gewusel. Gestern haben wir zum Beispiel in einem Menschenstau gesteckt. Obwohl wir es fuer unsere Verhaeltnisse sehr geruhsam angehen lassen, waren wir heute schon im Atlasgebirge wandern. Unser einbeiniger (!) Taxifahrer hat uns auch noch in dieverse Laeden am Wegesrand chauffiert, aber da sind wir ja abgehaertet genug.

Das Internetcafe hier ist uebrigens eines der haertesten, die ich je gesehen habe: fast alle Buchstaben sind vertauscht. Man fuehlt sich, als ob man zum ersten mal tippt… Deshqlb lass ich es mit dieser ersten Uebungsstunde erstmal auf sich beruhen und melde mich bei Gelegenheit wieder.

Ausflug

Februar 21st, 2007

Am Wochenende habe ich seit längerem mal wieder einen Ausflug gemacht: im warsten Wortsinn. Dank meiner Kollegin mit Pilotenschein konnte ich die vielbeschworene Schönheit Bayerns von oben betrachten. Von Fürstenfeldbruck ging es bei herrlichem Wetter über München hinweg an den Chiemsee. Dass ich auf dem Rückflug selbst mal das Steuer in die Hand nehmen durfte, hat diesen Flug für mich zu etwas ganz besonderem gemacht.

Ausflug über Bayern

Ode an die Nachsaison

November 25th, 2006

Auch der Oktober hat noch warme Tage. Dieses Sprichwort gilt besonders, wenn man sich ein wenig in Richtung Süden begibt. So haben wir das getan und sind nach Moneglia im schönen Italien gefahren. Bei sehr angenehmen 22 Grad Wasser- und Lufttemperatur (letztere kommt einem im Sonnenschein noch viel wärmer vor) haben wir mal wieder festgestellt, das dies die Richtige Zeit ist, ans Mittelmeer zu fahren. Wer sich freiwillig im August mit Millionen Anderen grillen, sich in überfüllten Orten und Restaurants abfertigen und im Stau nerven lässt soll das nur weiterhin tun – so bleibt es in der schönsten Zeit auch noch schön leer und ruhig.

Camping im Oktober - perfekt!

Camping im Oktober – perfekt!

Im Zillertal gibt es zwischen Sommer-Wander-Saison und winterlichem Skizirkus auch ein paar Wochen, an denen man in Ruhe essen und einfach in die Gegend schauen kann. Das Schauen wird besonders schön, wenn man dazu wie ich den Boden verlassen darf…

Neues von unterwegs

Juli 10th, 2006

Wir sehen so viel in so kurzer Zeit, dass ich garnicht zum schreiben komme. Der Grand Canyon ist wirklich gewaltig und wir verzichten dafuer auf das Spiel Deutschland-Italien. Welch Fehler! Hatten unsere Jungs doch dank unserer Anfeuerung morgens um 8 in einer Sportsbar in Las Vegas die Argentinier geschlagen, mueesen wir bei Rueckkehr aus dem Canyon von der Niederlage erfahren.

Anschliessend wurden wir Zeugen der Independence Day Parade in einer Kleinstadt in Arizona. Auch hochinteressant. Fallschirmspringer, die auf der Hauptstrasse landen, ein Western-Schiessen und viele viele Stars and Stripes.

Die angeblich heisseste Stadt der USA – Yuma – haben wir auch besucht und dort ueber deren Bewaesserungssystem gelernt. Dort ist es so heiss, dass es keine Kaltwasserhaehne gibt. Ueberall kommt’s schoen warm raus. Die Sandduenen am Stadtrand verbreiten echtes Wuestenambiente.

Los Angeles ist Los Angeles. Nicht in ein paar Saetzen zu beschreiben. Wahnsinns Gegensaetzt zwischen Arm und Reich; viel Laerm, viel Geld und eine ueberraschend normale (aber leider leere) U-Bahn. Der Hafen und vor allem die Oeltanker sind gigantisch. Bei den Automassen aber leicht erklaerbar.

Heute haben wir einen Flugzeugtraeger in San Diego besichtigt und sind jetzt in Tijuana, Mexico. Das finale Elfmeterschiessen haben wir live bei einem Strassen-Zahnarz auf dem Wartezimmerfernseher geschaut. Glueckwunsch, Italy.

Wuesten und Wasser im Westen

Juli 4th, 2006

Von Nevada sind wir nun nach Utah und Arizona gefahren. Es ist oft so heiss, dass selbst kurze Wanderungen sehr schweisstreibend sind. Ein paar Strassen hier erinnern mich an Kirgisistan. Das sind aber natuerlich im Gegensatz zu dort keine Hauptstrassen. Richtig schoene, kaum bekannte Landschaften gibt’s westlich von Page im Canyonland.

Coyote's Butte

Coyote’s Butte

Eher touristischer Mainstream, aber auch sehr schoen, ist der Antelope Canyon.

Antelope Canyon

Beide Landschaften sind, genau wie unser morgiges Ziel, der Grand Canyon, in Millonen von Jahren vom Wasser geschaffen worden.

Las Vegas

Juni 30th, 2006

Die Stadt ist wirklich so wie man sie sich vorstellt. Nur noch schlimmer.

Ich bin froh, endlich ein Internetcafe gefunden zu haben. Ist auch der einzige Laden ohne Slot Machines weit und breit. Ist nicht einfach zu finden: erst war ich in der Las Vegas Library (gibt es tatsaechlich!), um dort eine Stunde umsonst das Internet nutzen zu duerfen. Google hat mir dann das scheinbar einzige Internetcafe der Stadt verraten.

Das stimmt so auch nicht ganz: in den Casinos stehen Computer-Terminals, die satte 30 Cent je Minute haben wollen. Das kuriose Werbebanner darueber ruft: Play Games Online! Das muss man sich mal vorstellen: da sitzt einer in Las Vegas, dem groessten Casino der Welt, um Online Poker zu spielen. Ich schaetze, es gibt hier sogar Leute, die sind so bekloppt…

Sachen, die es in Las Vegas gibt:

- Spielautomaten und Spieltische aller Art

- Apotheken mit Spielautomaten

- Bekloppte, die den ganzen Tag vor Spielautomaten rumhaengen

Sachen, die es in Las Vegas nicht gibt:

- Ein Hotel ohne Spielautomaten in der Lobby

- Leute, die Briefmarken verkaufen

- Briefkaesten

- Fusswege (ausserhalb des Strip)

- Kaffee ohne Plastedeckel

- Stil

Exkursion in die USA

Juni 30th, 2006

Seit 4 Tagen bin ich mit ein paar Studenten und Kollegen auf Wasserwesen- Fachexkursion in Amerika. Wir sind nach San Francisco geflogen und machen jetzt eine Rundreise mit Mietwagen zu diversen (fachlichen) Hoehepunkten im Suedwesten.

San Francisco

San Francisco, Chinatown

Nachdem wir den Yosemite National Park recht zuegig durchquert haben war der Mono Lake der erste Stop. Die Problematik ist hier ganz aehnlich gelagert wie beim Aralsee. Nur ist der Mono Lake dank der Initiative des Mono Lake Committee auf dem Weg der Besserung.

Durchs Death Valley gings dann nach Las Vegas, wo wir heute den Hoover Dam besichtigt haben. Wir durften auf unserer V.I.P.-Tour auch in’s wirklich interessante und sehenswerte Innere der Staumauer, die seit dem 11. Sept. dem normalen Besucher leider verschlossen bleibt.

Hoover Dam

Hoover Dam

Bishkek und Ende

Mai 18th, 2006

Nun sind wir ziemlich am Ende unserer Reise angekommen. Die letzten Tage haben wir im Issyk Kul-See gebadet, ein paar Souveniere gekauft und vor allem viel gegessen, entspannt und Urlaub ohne viel Rumreisen genossen. Jetzt sind wir in Bishkek und haun die letzten Sum auf den Kopf. Die Stadt muss fuer die Landkirgisen ein ziemlicher Schock sein, wenn sie das erste Mal herkommen. Befestigte Strassen mit Allebaeumen, Glitzergeschaefte, Glitzerautos und Glitzermenschen. Irgendwie garnicht mehr wie Kirgisistan.

Was ich auf jeden Fall vermissen werde:

- Pivo Baltika Nr. 3
- Schaschlick
- Teehaeuser
- nette Menschen, die einen als Gast behandeln
- weite, grossartige Landschaft
- billige Taxis
- Basare (Fruechte, frisches Brot, Tiere … alles bunt und preiswert)

Was ich auf keinen Fall vermissen werde:

- pampige, ignorante russische Bedienungen
- staubige Strassen
- Kymys (vergorene Stutenmilch)
- Loecher und andere Fallen in den Gehwegen
- Basare (Leute die einen am Arm ziehen, als “mein Bruder” ansprechen und viel zu kurze Jeans verkaufen wollen)

mehr Bilder von unterwegs

Mai 13th, 2006

Basar in Osh
Auf dem Basar in Osh. Es bleiben keine Wuensche offen… na ja ausser Zeitungen, Tempos oder vielleicht mal ne Haxn…

Unterwegs in Kigisistan
Unterwegs in Kirgisistan. Die Strasse wird jedes Fruehjahr neu geschoben, erst dann ist sie wieder befahrbar. In so nem Wolga sitzt man uebrigens wie auf der Gartenbank. Mein Sitz war sogar mit Schaukel…

In Karakol

Mai 13th, 2006

In Karakol

Auf unserer Reise haben wir schon Unterkuenft aller Art (ausser Jurte) genossen. Letzt Nacht waren wir in den Bergen in einem Sanatorium aus den 30ern. Gar nicht mal schlecht, nur sehr vernachlassigt. Besonders hat uns die Wasser- und Elektroinstallation belustigt: Ein Waschbecken, das auf halb Acht haengt, eine Dusche, die beim ersten Aufdrehen wegen des enormen Drucks beinahe aus der Hand fliegt. Die Steckdosen hingen alle aus der Wand gerissen im Raum rum und der einziege Lichtschalter war mitten auf der Wand, so weit von Bett oder Tuer entfernt wie irgend moeglich, angebracht. Unmoeglich, den Nachts zu finden.

Von unserem Sanatorium aus haben wir eine schoene Wanderung in die Berge unternommen. Entlang eines Baches mit vielen Tieren, Blumen und kirgisischen Halbnomaden, die Ihre Zelte gerade auf den Sommerweiden aufgebaut haben. Das Wetter hat es beinahe zu gut mit uns gemeint und wir haben uns etwas das Fell verbrannt. Da kommt mir das kuehle Internetcafe hier in Karakol gerade recht.

Im Tien Shan
Auf unserer Wanderung im Tien Shan

Rush Hour in Kyrgyzstan
Rush Hour in Kyrgyzstan

Heute und morgen wohnen wir sehr komfortabel in einem zum B&B umgebauten Einfamilienhaus. Der Ort Karakol bietet eine interessante Voelkermischung aus Kirgisen, Russen und vielen anderen. auf der einen Seite erheben sich die Berge bis ueber 5000 m und auf der anderen lockt der See Issyk Kul. Morgen heisst es frueh aufstehen, denn Sonntag ist Viehmarkt. Anscheinend ein Grossereigniss, wo wir also hin muessen.

Durch Kirgisistan

Mai 10th, 2006

Seit Osh haben wir einiges erlebt. Erst waren wir in einem Bergdorf mit dem lustigen Namen Arslanbob. Dort haben wir 2 Tage bei einer Familie gewohnt und sind wie Koenige verwoehnt worden. Gewandert sind wir auch: Wasserfaelle, ein See und riesige Walnusswaelder gibts da.

Von dort sind in einer dreitaegigen Tour durchs Land nach Kochkor gefahren, wo wir jetzt sind. Ueberwiegend waren wir mit dem Taxi unterwegs, um nicht den halben Tag auf den einzigen Bus warten zu muessen. Die Busse, die wir dann doch genommen haben, hatten zum Teil Museumsniveau.

In den drei Tagen haben wir etwa 660 km geschafft, was wenig klingt, aber bei den Strassenverhaeltnissen nicht anders moeglich ist. Es war alles dabei vom nagelneuen Highway (von Chinesen gebaut) bis hin zu quasi-Offroad (letzteres leider ueberwiegend). Einige Passstrassen haben uns auf ueber 3000 m hoch gebracht und die Landschaft, die an uns vorbeizuckelte, war einfach gigantisch.

Dort unterwegs gibt es natuerlich kein Internet (z. T. nicht mal Strom). Hier in Kochkor ist es zum ersten Mal wieder moeglich, was zu schreiben – auf zwei klapprigen Rechnern mit Modem bei der Post.

Arslanbob
Hauptstrasse von Arslanbob mit Bushaltestelle.

Da ich an diesem Rechner und der russischen Paint-Version, welche als einziges Bildbearbeitungsprogramm hier installiert ist, gerade verzweifle, muss dies als erster visueller Eindruck genuegen.

Morgen fahren wir zum See Yssyk-Kul – mal schaun, was dort noch so auf uns wartet.

Ankunft in Osh – Kirgisistan

Mai 4th, 2006

Heute sind wir also relativ unkompliziert ueber die Grenze nach Kirgisistan gefahren. Relativ unkompliziert heisst: eine gute halbe Stunde dauert so eine Prozedur schon. Formulare ausfuellen, mit den Grenzern Infos ueber deutsche Autos und Fussballclubs austauschen und warten, bis unsere Namen mit der Fahndungsliste abgeglichen sind. Ich kann nen Blick auf die Liste der Auslaender, welche die Grenze hier passiert haben, werfen und finde kaum 10 Namen in den letzten drei Tagen. Der nette kirgisische Grenzer kann jetzt auch “guten Abend” sagen.

In Osh regnet es leider, so haben wir Zeit zum essen und Trickfilme schaun (die Fernsehansprueche sinken – RTL wuerde mir jetzt wie Bildungsfernsehen vorkommen). Appropos essen: auf den Basaren hier gibts echt mehr, als man essen will. Aber auch echte Leckerlis wie Erdbeeren und Kirschen fuer weit unter 1 Dollar das Kilo. Die Speisekarten lesen wir inzwischen routiniert und finden leckere Schaschlicks, Omlettes, Suppen, Kebab etc.

Wer sich fragt, wo die ganzen deutschen Autos hingehen, wenn sie bei uns ausgedient haben, wird hier in Kirgisistan fuendig. Anders als in Usbekistan mit seiner Daewoo-Monokultur ist hier alles unterwegs, was man auch von zu Hause kennt, nur halt die Modelle von vor 10 Jahren.

Wie kommt das Schiff in die Wueste?

Mai 3rd, 2006

Der westliche Endpunkt unserer Reise war der Aralsee. Wir haben ihn natuerlich nicht gesehen, denn das ist ganz schoen schwierig. Wir waren nur da, wo er einst mal gewesen ist. Im beinahe verlassenen Oertchen Moynaq kann man die Reste der Fischereiflotte mitten in einer neu entstandenen Wueste vor sich hin rosten sehen. Die Kueste des Sees ist inzwischen 300 km weit von diesem ehemaligen Hafen entfernt. Ein gutes Beispiel fuer fehlgeschlagene Ingenieurs”kunst”, denn Schuld am Austrocknen ist die uebermaessige Bewaesserung von Baumwollplantagen, welche von sowjetischen Ingenieuren hier in den Sechzigern angelegt wurden.

Am_Aralsee

Hier – mitten im Nirgendwo, fernab von allen Touristenzielen, haben wir drei Traveller aus Deutschland, Daenemark und Israel wiedergetroffen, mit denen ich schon in Samarkand ein Bier getrunken hatte. Das waren auch die einzigen westlichen Gesichter, die wir dort ueberhaupt gesehen haben.

Fotos aus Usbekistan

Mai 3rd, 2006

Hier sind ein paar Bilder, damit sich der geneigte Leser die bisher erwaehnten Oertlichkeiten besser vorstellen kann.

Registan
Wir vor dem Registan in Samarkand

Samarkand
Zum Groessenvergleich mal Kathleen vor der Bibi-Khanym Moschee in Samarkand

Buchara
In Buchara vereint sich Altes mit nicht ganz so Altem

Chiwa
Blick ueber die Altstadt von Chiwa