Archive for the 'Neuseeland' Category

Fazit

Sonntag, Mai 8th, 2005

Gerade (03.05.) lese ich im Flugzeug zurück nach München im Spiegel ein Interview mit Hellen Clark, der neuseeländischen Premierministerin. Es geht darum, warum sie in Neuseeland kaum Arbeitslosigkeit und ein ordentliches Wirtschaftswachstum haben, während wir in Deutschland immer tiefer in die Depression rutschen. Einer der Gründe wird besonders deutlich, wenn man im gleichen Heft als Beispiel den Artikel über unsere große Justizreform liest: in Neuseeland wurden die nötigen Reformen einfach gemacht und nicht totgequatscht wie bei uns.
Trotz des verlockenden Arbeitsmarktes zieht es mich nicht sofort wieder zurück. Neuseeland ist auch nicht das Wunderland, wofür es manche anscheinend halten. Einige Aspekte sind in Deutschland oder Europa doch besser. Man lernt beispielsweise Kultur erst dann schätzten, wenn man in einem Land ist, wo es daran mangelt. (Wenn wir mal Spaßkultur, Cricket oder Pies nicht zählen.) Dazu ist es auch noch verdammt weit weg. Und außerdem bin ich doch erst vor vier Jahren ausgewandert: von Preußen nach Bayern.

P.S. (08.05.) Bin gut zurückgekehrt und habe mich wieder ans nasse, kalte Deutschland gewöhnt. Nach Rückmeldung an der Uni bin ich gleich zur traditionellen Herrentagstour nach Rathenow (siehe unter Links / alte Bildergalerien) aufgebrochen. Inzwischen bin ich wieder in München und habe etwas Schlaf nachgeholt.

Letzte Tage in Auckland

Donnerstag, April 28th, 2005

Nachdem ich heute die Ergebnisse meiner Arbeit im Kollegenkreis vorgetragen habe, stehen jetzt nur noch Termine der geselligen Art auf dem Programm. So muss ich heute abend auf dem Trinkgelage der Auckland University Engineering Society sicher ein paar Runden fuer meine Kollegen schmeissen. Bei 1 Dollar/Pint wird das jedoch fuer die Brieftasche leichter zu verkraften sein als fuer die Leber.

Der Van ist seit vorgestern verkauft (viel Spass an Oto aus Tschechien!). War nicht einfach, den los zu bekommen, da die Reisesaison zu Ende ist. Nun bleibt als einzige Aufgabe, alles Zeug in den Rucksack zu packen…

Tongariro

Montag, April 25th, 2005

Am Samstag hab ich mit ein paar Kollegen und Bekannten noch eine letztes Super-Highlight absolviert: Tongariro Crossing. Eine 17km Wanderung durch den Tongariro National Park, durch raue Landschaft mit Vulkanen, Seen und heißen Quellen. Anfangs kamen Zweifel auf, ob wir die Wanderung würden genießen können, den die Wettervorhersagen waren alles andere als ermutigend: Orkanböen, Regen und Schnee bis auf 1200m sagten die Parkranger voraus. Ich habe kurzerhand wetteronline.de konsultiert und eine viel positivere Prognose erhalten: wechselnd bewölkt, einzelne Schauer. Es war also ein Wettstreit der Prognosen Neuseeland gegen Deutschland, den wir klar gewonnen haben. Zwar sind wir im Regen losgelaufen, aber auf dem ersten Gipfel ist die Wolkendecke aufgerissen und hat ein fantastisches Panorama freigegeben. Die Stimmung ist ebenso plötzlich ins Sonnige umgeschlagen, wenn auch Bedenken laut wurden, woher die Deutschen wohl das Bergwetter hier kennen – und was die noch alles wissen könnten

Punk, Nudeln und ein Kater

Sonntag, April 17th, 2005

Langsam bin ich soweit, das ich mich wieder auf zu Hause freue (noch genau 2 Wochen…) Manches hier schneidet im Vergleich doch eher weniger gut ab. Punk-Konzerte mit Teppichboden und Diskobeleuchtung gehen einfach nicht.
Und hoffentlich bleibt uns die total trendige Wagamama-Nudelkette (www.wagamama.com) in Deutschland ersparrt. Mein schlimmster Restaurantbesuch in 4 Monaten. Yuppie-Mist!
Zum Glueck ist in meinem neuen Domizil immer was los. Wenn mal wirklich Flaute ist, kommt PJ der Hostel-Kater und sorgt fuer Unterhaltung.


Fernsehen. Tier-Doku-Action mit PJ Groove

Hab heute auf nem Automarkt gestanden und versucht, den Toyota zu verkaufen. Nette Leute kennengelernt, aber sonst erfolglos. Also auch noch auf diesem Wege: wenn jemand nen super Van (siehe unten) in Auckland sucht: +64-21-0709172.


Mein Zuhause in Auckland. Gute Lage, oder?

Umzug in die City

Dienstag, April 12th, 2005

Eine Sache muss ich noch richtig stellen: Auf gar keinen Fall moechte ich hier weiter Werbung fuer die Remuera Motor Lodge machen. Der Platz ist immer noch super: Ambiente, Lage, die netten Gaeste… die Inhaberin ist jedoch ne garstige, gierige Hexe. Leider scheint ihr Ziel zu sein, den Platz runterzuwirtschaften und dann das Top-Grundstueck als Bauland zu verkaufen, wie das zur Zeit ueberall in Neuseeland passiert. Ich wohne – seit ich ihre Forderung abgelehnt habe, als Dauergast nun deutlich mehr (!) zu zahlen, jetzt sehr zentral im City Groove Backpackers. Mein Weg zur Uni ist nun nur noch 3 Minuten lang. Ich schlafe immernoch im Van, der mit FOR-SALE-Schild 🙁 in nem kleinen Park vor der Tuer steht.

Kurzbesuch bei den Aussies

Mittwoch, März 30th, 2005

Mein Ostern verlief extrem anders als die letzten Jahre. Um ehrlich zu sein, hab ich nicht mal richtig gemerkt, dass Ostern war. Ich habe die freien Tage genutzt, um über die Tassie nach Aussie zu fliegen, wie man hier sagt. Fünf fantastische Tage: Sydney und extrem-hashen beim Aussie Nash Hash. Zu Sydney will ich gar nicht viel sagen. Die Stadt ist einfach Wahnsinn, echt großartig. Zum hashen kamen ein paar Nachfragen, deshalb hier noch mal ne kurze Erklärung: Die Hash House Harriers sind ein Laufclub, wo der Spaß deutlich wichtiger als der Sport ist. Von Südostasien aus hat er sich inzwischen über die ganze Welt ausgebreitet. In fast jeder größeren Stadt gibts einen Ableger. In vielen Ländern treffen sich die Hasher alle paar Jahre zum Nash Hash (national hash). Zufällig habe ich nun an jenem von Australien teilgenommen, in Toronto (jawohl), 200 km nördlich von Sydney. Das war wahrscheinlich die extremste Art, die Aussies kennen zu lernen. 3 Tage, 500 Leute zwischen 8 und 80, viel Spaß und ein wenig Sport. Wer mal bei nem hash mitmachen will, schaut am besten ins Internet. Im Mai startet beispielsweise der Nürnberg Hash seinen allerersten Lauf ( www.nhhh.de ).

Die Sache mit der Arbeit

Mittwoch, März 23rd, 2005

Nun isses soweit: Im Folgenden berichte ich von alltäglicher, wenig amüsanter Arbeit. (Bei Nichtinteresse an diesem Thema bitte zum nächsten Beitrag blättern.) Ich muss dazu etwas ausholen: Seit Ende meines Studiums beschäftige ich mich mit dem Geschiebetransport in Flüssen, also mit der Bewegung von Kies und Sand auf der Gewässersohle infolge des Strömungsangriffes. Warum, mag man sich da fragen. Tja, zum einen natürlich, weil ich dafür bezahlt werde. Zum anderen, weil der Geschiebetransport einen wichtige Größe bei nahezu allen Vorgängen im Zusammenhang mit Flüssen darstellt. Bei genauerer Betrachtung ist ein Großteil der Erdoberfläche durch den Geschiebetransport geformt worden (in Form von Erosion und Ablagerung) und wird immer noch geformt. Soweit dazu.

Nun bin ich nicht ganz allein auf dem Gebiet, sondern es beschäftigen sich auf der Welt doch einige Hundert Ingenieure, Geologen etc. damit. Schön wäre es, dachte ich nach drei Jahren in München, doch mal zu schaun, was die Anderen machen, wie sie es machen und ob man da nicht was lernen kann. Also habe ich meine Kontakte nach Auckland (warum nicht Auckland?) intensiviert, ein Gemeinschaftsprojekt entworfen und mich beim DAAD (Deutscher akademischer Austauschdienst) um ein Kurzzeit-Stipendium beworben (erfolgreich). Konkret bin ich, wie schon seit Beginn meiner Arbeit, dem Ausbreitungsverhalten von erwähntem Geschiebe auf der Spur, speziell der Transportgeschwindigkeit und Dispersion dessen.

Die Versuche, die ich nun hier im Labor der Auckland University durchführe, beruhen auf der Markierung eines Teils des Geschiebes mit lumineszierender Farbe, welche unter UV-Licht wunderbar leuchtet. Das Geschiebe wird in einem Laborgerinne – einem künstlichen, verkleinerten, idealisierten Fluss – von einer ebenso künstlich erzeugten Strömung transportiert. Aufgrund der leuchtenden Beschichtung meiner gefärbten Sandkörner lassen sich diese nun sehr gut beobachten und Filmen bzw. Fotografieren. Die Beobachtung dieser Tracer ermöglicht wiederum Aussagen über das Transportverhalten des gesamten Geschiebes.


Ausschnitt der Labor-Gewässersohle, senkrecht von oben fotografiert. Die Bearbeitungsschritte von links nach rechts zeigen, wie man mittels Bildverarbeitung die Tracer extrahieren kann. Die erzeugten Binärbilder lassen sich in Hinblick auf die zeitliche und räumliche Verteilung der Tracer analysieren.

Bleibt die Frage: Hätte man das nicht auch in Deutschland machen können? Sicher, hätte man. Gerade die fremde Umgebung liefert jedoch wertvolle, neue Denkanstöße. Man schaut beinahe wie von außen auf die eigene Arbeit. Überaus förderlich ist es auch, die eigene Arbeit kommunizieren zu müssen, zumal in einer anderen Sprache.

Nun ja, es wird mir wohl nicht vergönnt sein, den Geschiebetransport endgültig und umfassend zu beschreiben. Das haben auch viele Andere vor mir nicht geschafft. Jedoch kann ich jetzt schon sagen, dass mich persönlich die Zeit hier weiterbringt. Neben der fachlichen Komponente ermöglicht mir die Abwesenheit von Routine und Pflichten, meinen Blick auch mal wieder auf andere, mich interessierende Themen zu lenken. Nein, ich meine nicht das Freizeitverhalten neuseeländischer Bauingenieurs-Studenten, sondern durchaus auch Themen gesellschaftlicher Relevanz. Dazu aber demnächst etwas mehr, sonst wird das hier zu lang. Ließt überhaupt noch jemand bis hierher?

Hashing with the Auckland Hash House Harriers

Montag, März 21st, 2005

Today’s posting is written in English as it is mainly aimed on my hashing mates in Munich and Auckland. So far I did quite a few nice hashes in Auckland, but last Sunday was something really outstanding: I joined the Auckland Hash on the „Round the Bays“. That’s an 8.6 km amateur city run along Auckland’s shoreline with about 70,000 participants every year. The Hash made it into the „Round the Beers“ run. They have a customised car-trailer, fitted with beer kegs and tap, a sound system and a gas-fired barbeque. The whole thing is pulled by about 10 hashers on two long ropes. So, imagine us among the running crowd, dringing beer from the tab, having barbecued bacon – all to the sound of Beachboys-classics. Great show! On-On…


Auckland Hash (green shirts) with the hash-entertainment-trailer on the Round the Bays

Another lovely day in paradise…

Dienstag, März 15th, 2005

…ist der Spruch, den man von Alun (siehe 25.02.) am häufigsten hört. Auf „have a nice day“ antwortet er stets: „Im doing my bloody best“. Das kann man meiner Erfahrung nach als Lebensphilosophie vieler Kiwis vermuten. Er ist mir inzwischen ziemlich guter Freund geworden und deshalb habe ich ihn auch übers Wochenende in Far North (heißt so und ist genau dort) besucht, wo er derzeit die Farm eines Bekannten hütet. Das ist weniger Arbeit, als man denkt, denn die Viecher rennen hier alle frei rum. Die Hühner und Enten haben zwar ein Gatter, die Tür steht aber immer offen. Warum die nicht wegrennen, ist mir nicht klar geworden. Die Truthähne leben gar in einem Baum, der eigentlich auf Nachbars Grund steht – stört hier keinen.

Wir haben also genug Zeit, die Umgebung zu erkunden. Die Karikari Halbinsel ist wirklich – pssst, das muss aber unter uns bleiben – ein paradiesischer Geheimtip. Fern ab vom Touristenstrom gibt`s hier vor allem türkises Wasser, Sanddünen und ein paar Farmen. Später folgen wir einer weiteren Weisheit von Alun: Um Einheimische zu treffen, muss man in den Pub gehen.

Soviel Neues gibt’s ja nicht…

Mittwoch, März 9th, 2005

Das letzte Wochenende war doch wieder eher touristischer Natur. Ziel war Wanganui. Hier haben die Eltern einer Bekannten (Hey Laurie!) – Schotten allesamt – ein Haeuschen gekauft. Gerade war die Family dort zum Urlaub machen, da hab ich mich mit eingeladen. Das Staedtchen ist eher proviniell und aehnelt meiner Heimatstadt Rathenow in einiger Hinsicht:
– ganz nett gelegen, zieht aber wenig Nutzen daraus.
– Leute in meinem Alter gehen scharenweise weg, da kaum Arbeit.
– die Moeglichkeiten des Wochenend-Amusements sind arg begrenzt.

Die Fahrt war mal wieder grossartig: Vulkane, Schotterpisten, Urwald. Ich meide inzwischen die Highways und nehme fuer ein paar nette Aus- und Anblicke auch mal Fahrzeiten von 10 Stunden fuer 500 km in Kauf.

Toyota und ich am Mt. Ruapehu

In Auckland gibt’s immer noch viel zu entdecken. An der Uni ist wegen des Semesterbeginns viel los. Staendig sind sogenannte Orientations, das sind meist mit Schnittchen und Wein oder Grill und Freibier garnierte Veranstaltungen. Dann haben wir noch das AK05-Festival, wo auch ne Menge Musik etc. geboten wird. Hashen geh ich natuerlich auch noch regelmaessig: gestern hatten wir einen Blood-Run. Hoert sich martialisch an, ist aber nur ein Lauf mit anschliessender Blutspende mit anschliessendem Biertrinken.


Summer in the City

Die Nachrichten aus der Heimat klingen seltsam surreal. -38 Grad Kaelterekord… Deutschland in Winterstarre. Und kuerzlich hat mir jemand erzaehlt, Mooshammer sei tot …?!.

Grillen, Sport und Wasserspiele

Freitag, Februar 25th, 2005

Eine weitere Woche geht zu Ende. An der Uni komme ich langsam richtig in Fahrt, heute hab ich den ganzen Vormittag Versuchsmaterial geschaufelt. Sag nochmal einer was von Urlaub…
Inzwischen hab ich mein Touristen-Dasein definiv hinter mir. Ich habe kein grosses Beduerfnis, den letzten verbliebenen Sehenswuerdigkeiten nachzujagen, mehr Spass macht jetzt das social live in und um Auckland.
Auf dem Campingplatz trifft man ne Menge nette Leute. Einige sind auch laenger da. Alun ist ein langhaariger, uriger Kiwi, der in nem alten Bus lebt. Roland, Architekt, kommt aus Muenchen.


Sweet home Remuera. BBQ am Mittwoch: Alun, Emilie, Roland

Am letzten Wochenende war ich mit einem Team von Uni-Kollegen am Lake Taupo auf einer Art Stafellauf namens Adidas Great Lake Relay. War ne echt grosse Sache: 500 Teams von bis zu 15 Laeufern auf 160 km einmal um den See. Ausser laufen musste man noch mit Wasserpistolen auf die Gegner schiessen, angesichts der bruetenden Hitze eine keinesfalls unwillkommene Abkuehlung.


beim Great Lake Relay auch wenns gerade nicht so aussieht: gelaufen sind wir auch!

Beobachtungen

Dienstag, Februar 15th, 2005

Alkohol

Dass es hier einige Lokale gibt, die keine Alkoholausschanklizenz haben, ist ja noch nicht so ungewöhnlich. Dort ist dafür meist möglich, seinen eigenen Alkohol mitzubringen. Man wird dann gern an den Supermarkt gegenüber
verwiesen und wenn man zurück kommt, kriegt man sogar noch ein Glas zur Supermarktbierflasche. Das macht die Sache auch sehr preiswert.
Neulich ist es mir jedoch erstmals passiert, dass es in einem Supermarkt keinen Alkohol gab. Ich war mit meinem Wochenendeinkauf fertig und schon draussen, als ich bemerkte, anscheinend das Bier vergessen zu haben. Also nochmal rein, alles abgesucht, schließlich gefragt – Tatsache: kein Alkohol. Dafür gibt’s im Outdoorladen nebenan ganz selbstverständlich Waffen und Munition.

Open-Air-Konzert

Als Neu-Aucklander bin ich auf der Suche nach nem Supermarkt durch die Gegend zwischen Uni und meiner Luxusbleibe (siehe vorher) geschlendert. Es war ein leicht regnerischer Sonntagnachmittag. Gerade will ich umkehren und ne andere Richtung versuchen, als mir plötzlich die vielen jungen Menschen mit Decken unterm Arm und Kühltaschen auffallen. Da geh ich mal noch ein Stück mit, denke ich mir. Wir biegen in einen Park ein. Schon bald hört man musikalische Töne und ich finde mich mit 15000 Menschen auf einem umsonst-und-draussen-Konzert wieder. Anlass ist der Waitangi-Day, der Nationalfeiertag von NZ. Die Kiwis sind bestens ausgerüstet und auf jedes Wetter vorbereitet. Neben Schirmen und Pavilions bringt man hier auch gern Stühle, Chouch oder die ganze Hausbar mit. Die Musik war übrigens nett, zum Teil sogar richtig gut. Und als Pausenfüller haben sie einen Haka eingebaut.

Haka beim Groove in the Park, Waitangi-Day

Das ist so ein Ritualtanz der Maori-Ureinwohner von Neuseeland. Dient der Abschreckung von Feinden und wird unter Anderem auch vor Rugbyspielen der Nationalmanschaft eingesetzt.

harter Alltag in Auckland

Mittwoch, Februar 9th, 2005

Nach knapp einer Woche hab ich mich gut eingelebt und schon fast so etwas wie Routine entwickelt. Ich wohne in der wunderschönen Remuera Motor Lodge, man könnte auch sagen: auf einem Campingplatz. Remuera ist hübsch und nett, hat den Charakter eines Vorortes, ist aber nur 6 km von der Uni entfernt. Gleich oben an der Strasse sind ein paar Essbuden, einen Pub, Minimarkt und ne Tankstelle. Auf dem Platz gibts nen Pool, Dusche, Gemeinschaftshütte mit Fernseher und Couch und sogar ne Küche mit Kühlschrank. Ich schlafe weiterhin im Toyota alles sehr angenehm, mit Dauerurlaubsgefühl und mit kaum 8 Euro je Nacht auch sehr günstig.

Ich hab mir ein altes Mountainbike gekauft, in der Hoffnung, schneller und bequemer als mit dem rudimentären Bussystem unterwegs zu sein. Die Lage von Auckland auf Dutzenden von Hügeln und Vulkanen macht das Radfahren hier aber auch eher anstrengend. Heute Morgen hab ich die 6 km zum ersten Mal in unter ner halben Stunde geschafft. Okay, ich weiß auch erst jetzt so langsam, wo ich am besten langfahren muss.

Das Händeschütteln an der Uni ist soweit durch. Ich hab nen Schreibtisch (sogar zwei), einen Schlüssel und bald hoffentlich auch Internetzugang, bis dahin geh ich öfter mal ins Internetcafe. Die Kollegen sind nett und Hilfsbereit. Mal schaun, wie sich die Zusammenarbeit entwickelt.

Kathleen ist inzwischen über Bangkok ins winterliche München zurückgekehrt. Dort kann sie wenigstens ihre neue Schafswollausrüstung (Mütze, Schal und Handschuhe) ausgiebig nutzen. Ich hingegen muss jeden Tag meinen Campingstuhl etwas weiter rücken, um noch in der Morgensonne frühstücken zu können. Die Tage werden langsam aber spürbar kürzer…

Tanz auf dem Vulkan

Mittwoch, Februar 2nd, 2005

Das Beste haben wir uns bis zum Schluss aufgehoben: Ein Trip mit dem Hubschrauber zu einer aktiven Vulkaninsel! Fantastisch, wie eine Reise zurueck in der Zeit…


Das sind wir mit „unserem“ Heli auf White Island

Bis zuletzt war unsicher, ob das Wetter gut genug waere fuer den Flug, dann sind wir doch noch zu diesem unvergesslichen Erlebniss gestartet. Die Insel liegt 50 km vor der Ostkueste. Der Vulkan ist vor 4 Jahren das letzte Mal ausgebrochen und auch heute hat es an allen Ecken gezischt, Schwefeldampf tritt aus und man schaut in einen Kratersee aus Saeure, der jeden Moment ueberzulaufen droht. Schon etwas unheimlich.


Es zischt hier so laut, dass mit nach kurzer Zeit das Ohr qualmt

Das Wetter ist jetzt sehr ungewoenlich hier: ein feuchter, warmer Ostwind, der gestern fuer den regnerischsten Tag seit unserer Ankunft gesorgt hat. Aber keine Sorge, zum abendlichen Baden im Meer ist es aufgeklart. Dem Strand hier in der Bay of Plenty hat in den letzten Tagen der Sturm ordentlich zugesetzt. Nun nagen die Wellen direkt an den Duenen und der ersten Reihe Strandvillen. Das sieht nach viel Arbeit fuer Ingenieure aus 🙂

Da sind wir schon beim Thema Arbeit. Fuer mich ist die schoene sorgenfreie Zeit jetzt vorbei, seit gestern werde ich vom DAAD bezahlt, hier auch was auf die Beine zu stellen. Deshalb sind wir nun auch unterwegs zurueck nach Auckland, wo wir morgen eintreffen wollen.


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